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Veranstaltungen / Symposion

Archäologie in Österreich 1938-1945

Internationales Symposium

Event Kurzinfo

Zeit: 27. April 2015 bis 29. April 2015 von 09:00 bis 20:00 Uhr

Ort: Archäologiemuseum, Schloss Eggenberg, Graz

Veranstalter: Abteilung Archäologie & Münzkabinett des Universalmuseums Joanneum in Kooperation mit der Abteilung für Archäologie des Bundesdenkmalamtes

Preis: keine Tagungsgebühren

Anmerkung: Anmeldung per Mail: daniel.modl@museum-joanneum.at

Link: www.museum-joanneum.at/archaeologiemuseum-schloss-eggenberg/ihr-besuch/veranstaltungen/events/event/27.04.-29.04.2015/archaeologie-in-oesterreich-1938-1945

Im Gedenken an das Ende des Zweiten Weltkriegs vor 70 Jahren veranstaltet die Abteilung Archäologie & Münzkabinett des Universalmuseums Joanneum in Kooperation mit der Abteilung für Archäologie des Bundesdenkmalamtes von 27. bis 29. April 2015 im Archäologiemuseum Schloss Eggenberg in Graz das internationale Symposium „Archäologie in Österreich 1938-1945”.  

Mit dem 27. April wurde für den Beginn des Symposiums jenes Datum gewählt, an dem im Jahr 1945 – noch vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa – die drei Gründungsparteien der Zweiten Republik die Unabhängigkeit Österreichs erklärten. 

Im Rahmen der Veranstaltung soll herausgearbeitet werden, in welchem Umfang Politik und Ideologie des NS-Regimes die archäologische Forschung und Denkmalpflege in Österreich beeinflussten, für ihre Ziele vereinnahmten und welche Rolle die dabei involvierten Institutionen sowie die dort tätigen Archäologinnen und Archäologen spielten.
Die ur- und frühgeschichtliche Archäologie erfreute sich der besonderen Aufmerksamkeit des NS-Staates, der sich von ihr Argumente für die Überlegenheit der „arischen Rasse” und daher der späteren Deutschen für sein völkisch geprägtes Geschichtsbild erwartete. Darüber hinaus sollten Bodendenkmalpflege und Archäologie angebliche Besitzansprüche des Deutschen Reiches gegenüber benachbarten Staaten untermauern und damit auch dem systematischen Raub von Kulturgut in den eroberten Gebieten Vorschub leisten. Beispiele dafür sind neben der damaligen „Untersteiermark”, der slowenischen Štajerska, auch die Krain und Gebiete mit deutschen Sprachgruppen in Osteuropa. Daher wurde das Fach auch in Österreich erstmalig in seiner Geschichte an Universitäten, Museen und Denkmalämtern politisch gefördert, was die meisten Archäologinnen und Archäologen mit systemkonformem Verhalten dankten, indem sie ihre Forschungsergebnisse willig der nationalsozialistischen Propaganda zur Verfügung stellten.
Auf der Tagung in Graz wollen Archäologinnen und Archäologen zusammen mit Zeithistorikerinnen und Zeithistorikern aus dem In- und Ausland dieses schwierige und belastete Kapitel österreichischer (Wissenschafts-)Geschichte aufarbeiten. Im Rahmen von 32 Vorträgen wird ein weiter thematischer Bogen gespannt, der die großen NS-Wissenschaftsorganisationen – Lehr- und Forschungsgemeinschaft „Das Ahnenerbe”, Reichsbund für Deutsche Vorgeschichte – und die österreichischen Forschungseinrichtungen und Museen (u. a. Naturhistorisches Museum Wien, Österreichische Akademie der Wissenschaften, Österreichisches Archäologisches Institut) umfasst, wie auch die Biographien von Archäologinnen und Archäologen. Dabei werden auch die Entstehungsgeschichte ausgewählter prähistorischer und provinzialrömischer Forschungsprojekte und ihr Nachwirken bis in jüngere Vergangenheit deutlich. Abgerundet wird das Programm durch Überblicksdarstellungen, die zeigen, unter welchen Bedingungen archäologische Forschungen in den einzelnen Bundesländern, den damaligen „Reichsgauen”, und den vom Deutschen Reich besetzten Gebieten stattfanden.
Die Vorträge werden ergänzt durch eine abendliche Podiumsdiskussion unter dem Titel „Archäologie in der NS-Zeit – Archäologie heute”, in der Vertreter/innen aus Archäologie, Zeitgeschichte und Journalismus über die Nachwirkungen der NS-Zeit auf heutige Theorien, Methoden und institutionelle Strukturen in der Archäologie und Bodendenkmalpflege debattieren und dabei auch auf die Wechselbeziehung zwischen Politik und Archäologie eingehen.

Nähere Informationen zum Programm finden Sie hier.

Tagungsgebühr/Anmeldung

Es werden keine Tagungsgebühren eingehoben, eine Anmeldung per Mail: daniel.modl@museum-joanneum.at ist erwünscht.


Tagungskomitee

Univ.-Doz. Dr. Bernhard Hebert, Leiter der Abteilung für Archäologie des Bundesdenkmalamts
Mag. Daniel Modl, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung Archäologie & Münzkabinett des Universalmuseums Joanneum
Mag. Karl Peitler, Leiter der Abteilung Archäologie & Münzkabinett des Universalmuseums Joanneum
Dr. Marianne Pollak, stellvertretende Leiterin der Abteilung für Archäologie des Bundesdenkmalamtes


Kontakt

Mag. Daniel Modl
Universalmuseum Joanneum
Abteilung Archäologie & Münzkabinett
Schloss Eggenberg
Eggenberger Allee 90
A-8020 Graz
E-Mail: daniel.modl@museum-joanneum.at
Tel.:+43 664 80179804

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