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Veranstaltungen / Ausstellung

FOKUS DENKMAL - Die romanischen Portalreliefs aus dem Dom zu Gurk

Das romanische Westportal des Domes zu Gurk. © BDA, Foto: Irene Dworak

Gesamtaufnahme der polychromen Holzreliefs am Westportal des Domes zu Gurk. © BDA, Foto: Irene Dworak

Medaillon "Errettung des Jonas aus dem Walfisch", © BDA, Foto: Petra Laubenstein

Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums in Kooperation mit dem Bundesdenkmalamt

Event Kurzinfo

Zeit: 30. September 2014 bis 12. April 2015 von 09:00 bis 18:00 Uhr

Ort: Kunsthistorisches Museum Wien, Maria-Theresien-Platz, 1010 Wien

Link: www.khm.at

Ein Konservierungs- und Forschungsprojekt des Bundesdenkmalamtes hat einen großen Auftritt. Es ist Gegenstand einer Ausstellung in der Kunstkammer des Kunsthistorischen Museums in Wien, das nach den Brauttruhen der Paola Gonzaga im Jahre 2002 nun wieder ein Restaurierungsprojekt des Bundesdenkmalamtes im Museum vorstellt. 

Am Beginn stand ein Zustandsmonitoring an den romanischen Portalreliefs im Dom zu Gurk durch die Abteilung für Konservierung und Restaurierung des Bundesdenkmalamtes. Die Konservierungserfordernisse haben dazu geführt, dass die Reliefs von den Türen abgenommen und in die Restaurierwerkstätten des Bundesdenkmalamtes gebracht wurden. Dies war Anlass für ein umfassendes Forschungsprojekt, das Fragestellungen aus den Bereichen der Natur- und Konservierungswissenschaften sowie der Kunstgeschichte interdisziplinär miteinander verknüpfte. Daraus ergaben sich zahlreiche neue Erkenntnisse zum Entstehungsprozess und zum ursprünglichen Erscheinungsbild der Türen, zum material- und werktechnischen Aufbau sowie zu formalen und inhaltlichen Aspekten. So ist es beispielsweise im Rahmen der Naturwissenschaften gelungen, durch die dendrochronologische Bestimmung des Fälldatums der Hölzer der Türflügel die Entstehung der Portale auf die Zeit um 1230 einzugrenzen. Damit lassen sich die kunsthistorischen Bezüge pointierter behandeln und die Zusammengehörigkeit der riesigen Türflügel mit den Reliefs ist erwiesen. Alle Ergebnisse dieser Arbeit stehen im Mittelpunkt der Ausstellung im Kunsthistorischen Museum.

Die Bedeutung der Portalreliefs könnte kaum größer sein. Die filigranen, farbig gefassten Holzreliefs aus dem frühen 13. Jahrhundert sind Besonderheiten der romanischen Schnitzkunst in Österreich. Die Ausstellung präsentiert die Originale erstmals – im wahrsten Sinne des Wortes - auf Augenhöhe, bevor sie wieder nach Kärnten zurückkehren. Nur ganz wenige Beispiele figural geschmückter Holztüren aus dem Hochmittelalter blieben überhaupt erhalten. Auch vom Dekor der 4 m hohen Türflügel in Gurk existiert heute nur mehr ein Teil. Doch selbst in der fragmentierten Form lassen die Reliefs die einprägsame Struktur der Gesamtkomposition, den Detailreichtum an Figuren und Ornamenten, die leuchtende Farbigkeit sowie die Komplexität des inhaltlichen Programms erkennen und werden als großartige Zeugnisse der Bilder- und Glaubenswelt des Mittelalters fassbar. Was das inhaltliche Programm angeht, treffen die Reliefs aus Gurk in der Kunstkammer auf enge Verwandte wie den Kelch aus dem Kloster Wilten und das Graduale aus dem Kloster Weingarten, welche die Ausstellung abrunden.

Moderne Dokumentationsmethoden wie 3D-Scans, Touchscreens zu allen Ergebnissen des Projekts sowie ein Film über Untersuchung und Restaurierung erlauben Einblicke in den Entstehungsprozess, die Materialität und den überlieferten Zustand der Reliefs und Türflügel.

Zu der Ausstellung ist ein Band in der vom Bundesdenkmalamt herausgegebenen Reihe FOKUS DENKMAL erschienen:


FOKUS DENKMAL 4: Die romanischen Portalreliefs aus dem Dom zu Gurk
Herausgeber: Bernd Euler-Rolle, Format: 21 x 28 cm, 184 Seiten mit 165 Abbildungen, Softcover. 1. Auflage 2014.
ISBN 978-3-85028-666-4.
Verlag Berger, Horn.
Preis: EUR 21,90 inkl. 10.00% MwSt

 

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