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Die mittel-La-Tène-zeitliche Siedlung von Michelndorf, Niederösterreich (FÖMat A 18)

Mit Beiträgen von Alfred Galik, Erhard Sommerer und Johannes Walter

Buch Kurzinfo

AutorIn: Katharina Kalser

Titel: Die mittel-La-Tène-zeitliche Siedlung von Michelndorf, Niederösterreich (FÖMat A 18)

Untertitel: Mit Beiträgen von Alfred Galik, Erhard Sommerer und Johannes Walter

Erscheinungsjahr: 2008

Seiten: 288

ISBN: 1993-1255

Preis: € 45,-

Vorlage einer großflächig archäologisch untersuchten Siedlung der Mittel-La-Tène-Zeit in Michelndorf (Niederösterreich) mit zahlreichen Gebäudegrundrissen (inklusive 3D-Rekonstruktionen) und Funden.

Bezug über den Buchhandel oder direkt beim Verlag: ISSN 1993-1255
Beachten Sie auch unsere anderen Publikationen zur La-Tène-Zeit: FÖMat A6, FÖMat A11, Sonderheft 5!


Seite/Inhalt

9 Die mittel-La-Tène-zeitliche Siedlung von Michelndorf, Niederösterreich (K. Kalser)

9 Einleitung
12 Die Befunde
23 Die Funde
32 Die Siedlungsstruktur
38 Der Siedlungsraum Tullnerfeld in der La-Tène-Zeit
39 Befundkatalog
59 Fundkatalog
111 Die Tierreste aus der La-Tène-zeitlichen Siedlung bei Michelndorf, Niederösterreich (A. Galik)
111 Einleitung
112 Verfüllungsinhalte ausgewählter Objekte
122 Haltungs- und Nutzungsprofile von Haus- und Wildtieren
125 Diskussion
126 Anhang
139 Die botanischen Makroreste der mittel-La-Tène-zeitlichen Siedlung von Michelndorf (J. Walter)
141 Das landschaftliche Umfeld von Michelndorf (E. Sommerer)
143 Zusammenfassung/Summary



Zusammenfassung

Die La-Tène-zeitliche Siedlung von Michelndorf erstreckt sich nahezu über die gesamte Grabungsfläche und lässt sich in mehrere Gehöfte aufteilen. Gehöft 1 hatte seinen chronologischen Schwerpunkt in der Stufe LT B2 und bestand aus zwei eingetieften Hütten, drei Sechspfostenhäusern, einem Achtpfostenhaus, zwei Zehn- und Mehrpfostenhäusern mit Eingangsbereich, drei Zehn- und Mehrpfostenhäusern ohne Eingangsbereich sowie zwei Hochspeichern. Gehöft 2 hatte seinen chronologischen Schwerpunkt in der Stufe LT C1 und bestand aus neun eingetieften Hütten, einem Sechspfostenhaus, zwei Achtpfostenhäusern, einem Neunpfostenhaus, vier Zehn- und Mehrpfostenhäusern ohne Eingangsbereich sowie einem Hochspeicher.
Für die dritte Phase der Siedlung, die eher in LT C2 zu stellen ist, sind zwei Gehöfte dokumentiert, die allerdings beide nicht vollständig erfasst wurden. Gehöft 3/1 wurde aus sechs eingetieften Hütten, einem Zehn- und Mehrpfostenhaus ohne Eingangsbereich, zwei Sechspfostenhäusern, einem Achtpfostenhaus sowie zwei Hochspeichern gebildet, Gehöft 3/2 aus drei eingetieften Hütten und zwei Hochspeichern. Die Gebäude der einzelnen Gehöfte waren jeweils annähernd (mit Abweichungen bis zu 15°) im rechten Winkel zueinander beziehungsweise parallel ausgerichtet. Unter zwei verschiedenen Modellen für Wegesysteme innerhalb der Gehöfte ist daher jenes mit rechtwinkeliger Wegeführung wahrscheinlicher. Die Orientierung der einzelnen Gehöfte stimmte in ihren Hauptrichtungen annähernd überein. Die Gehöfte zeigten keinerlei Abgrenzung in Form von Gräbchen oder Pfostensetzungen gegenüber den anderen Gehöften; auch die Gehöftgruppe – das Dorf – wies keinerlei Abgrenzung nach außen auf.
Den größten Teil des Fundmaterials stellt die stark fragmentierte Keramik aus der Verfüllung der eingetieften Hütten. 76,9 % des keramischen Materials waren grafitgemagert; an Randformen herrschen mittlere bis stark ausgeprägte Wulstränder vor, die häufigste Form der Verzierung ist ein grober Kammstrich. Zahlreiche Schlackenfunde weisen auf Eisenbearbeitung innerhalb der Siedlung – vermutlich in den eingetieften Hütten – hin.

Summary

The La Tène period settlement at Michelndorf covered almost the entire excavated area and can be divided into several different farmsteads. Farmstead 1 had a chronological midpoint in the period LT B2 and consisted of two sunken-featured huts, three six-post houses, one eight-post house, two ten and additional-post houses with entrance area, three ten and additional-post houses without entrance areas and two granaries raised on timber posts. Farmstead 2, centred in the period LT C1, consisted of nine sunken-featured huts, one six-post house, two eight-post houses, one nine- post house, four ten and additional-post houses without entrance areas and one raised granary.
Two farmsteads, which could not be excavated in their entirety, were recorded in the third phase of the settlement, which appears to belong to the period LT C2. Farmstead 3/1 consisted of six sunken-featured huts, one ten and additional-post house, two six-post houses and one eight-post house, while Farmstead 3/2 was made up of three sunken-featured huts and two raised granaries. The buildings of each farmstead were arranged either at right angles (with a deviation of up to 15°) or parallel to each other. This means that, when choosing between two possible models of track layout within the farmsteads, the model based upon a right-angled plan is more likely. The main alignment of the farmsteads was more or less the same. They were not separated from one another by ditches or fences, nor was the farmstead group (the village) surrounded by any kind of demarcation line.
The larger part of the finds is pottery from the fill of the sunken-featured huts. 76.9 % of the ceramic material is tempered with graphite. Thickened, moderately to considerably outwardly curving rims and a crude combed decoration dominate. A large amount of slag found indicates that ironworking took place in the settlement – presumably in the sunken-featured huts.