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Die Geehrten

von links nach rechts, sitzend:
Burkhard Weishäupl, Mag. Maria Windholz-Konrad, Dipl.Päd. Karin Schmidt, Dr. Franziska Schmidt-Dick, Ingrid Janu, Andrea Hammerl.
1. Reihe stehend:
Ing. Franz Hauser, Bürgermeister Armin Sonnauer, HR Dr. Fritz Eckart Barth, Dir. HR Dr. Wolfgang Muchitsch, Dr. Markus Wachter, Fritz Janu, Ing. Gerald Stöckl, Johannes Wintersperger.
2. Reihe stehend:
Konsulent Josef Weichenberger, Mag. Josef Bertsch, Dipl.Ing. Thomas Pils, Univ. Doz. Dr. Ortolf Harl, Gernot Lercher.

Die Auszeichnungen wurden in den Kategorien Wissenschaft, AuftraggeberInnen/EigentümerInnen und Vermittlung vergeben

Kategorie 1 - Wissenschaft


HR Dr. Fritz Eckart Barth
Das Arbeiten und Forschen von Fritz Eckart Barth ist untrennbar mit der Prähistorischen Abteilung des Naturhistorischen Museums in Wien und ganz besonders mit dem Fundort Hallstatt verbunden. Durch seinen persönlichen Einsatz erlangte die Forschung zum weißen Gold aus Hallstatt internationale Bedeutung. Seine montanarchäologischen Pionierleistungen erschlossen das prähistorische Bergwerk und ermöglichten einzigartige denkmalpflegerische Maßnahmen unter Tag. Darüber hinaus ist es Fritz Eckart Barth auch gelungen, durch die jährliche Veranstaltung „Archäologie am Berg“ einem breiten Publikum ein lebendiges Bild von Archäologie und Bodendenkmalpflege zu vermitteln.


Konsulent Josef Weichenberger
Das Forschungsgebiet von Josef Weichenberger sind Erdställe - finstere Gänge unter der Erde, welche so eng sind, dass man zeitweise nur kriechend vorwärts kommt. Seit den 1980er Jahren widmet er sich der Erforschung, Erhaltung und Präsentation dieser speziellen mittelalterlichen Denkmale in Oberösterreich. Mit seinen Fachkenntnissen ist er nicht nur für Eigentümer, Museen und interessierte Besucher, sondern auch für die Denkmalpflege ein wichtiger Ansprechpartner. Der Überzeugungskraft und den praktischen Fähigkeiten von Josef Weichenberger ist es zu verdanken, dass zahlreiche Erdställe heute noch als begehbare, oder besser gesagt als „bekriechbare“, Bodendenkmale erhalten sind.


Burkhard Weishäupl
Nach einem erfüllten Berufsleben konnte sich Burkhard Weishäupl intensiv der prähistorischen Archäologie widmen. Neben einem Studium in Innsbruck und Forschungsexpeditionen in die Sahara konzentriert sich sein Interesse auf die archäologische Denkmalpflege in Tirol. Als ehrenamtlicher Volontär widmet er sich seit 2004 intensiv der Ordnung von Planarchiv und Funddepot am Landeskonservatorat. Darüber hinaus leistet Burkhard Weishäupl Pionierarbeit bei systematischen Begehungen im Hochgebirge, die bislang unbekannte Kulturlandschaften erschließen. Die archäologische Prospektion gilt dabei genauso dem mittelsteinzeitlichen Silexabschlag wir der neuzeitlichen Almwüstung.


Univ.-Doz. Dr. Ortolf Harl
Dr. Ortolf Harl hat im Rahmen seiner Tätigkeit als Kustos am Historischen Museum und später als Stadtarchäologe von Wien ein tragfähiges Fundament für die archäologische Denkmalpflege in der Bundeshauptstadt gelegt. Seine Ausgrabungen fanden durch Vorträge, Publikationen und Veranstaltungen rege Beachtung in der Öffentlichkeit. Dass überzeugend konservierte und präsentierte archäologische Denkmale auch in Österreich zu Identifikationsorten werden können, haben der Michaelerplatz und Judenplatz in Wien nachhaltig gezeigt. Ortolf Harl setzte zudem mit seiner internationalen Internet-Datenbank zu Römersteinen einen Meilenstein für die Archäologie.


Dr. Franziska Schmidt-Dick
Münzen sind eine wichtige archäologische Fundgattung, deren Auswertung weitreichende Aussagen zulässt. Franziska Schmidt-Dick ist die Doyenne der österreichischen Sammlungs- und Fundnumismatik. Es gibt wohl kaum Sammlungen oder Fundorte in Österreich, deren antike Münzen nicht durch ihre Hände gegangen wären – was grob geschätzt mehrere hunderttausend Stück bedeutet. Die im Internet zugängliche Datenbank wäre ohne Franziska Schmidt-Dick ebenso wenig vorstellbar wie die monumentale Edition „Die Fundmünzen der römischen Zeit in Österreich“. Ihr Kontakt zu Sammlern hat umfangreiches Material erschlossen, das sonst der Wissenschaft verloren gegangen wäre.


Archäologische Arbeitsgemeinschaft Salzkammergut – Mag. Maria Windholz-Konrad
In jahrelanger unentgeltlicher Arbeit hat die Archäologische Arbeitsgemeinschaft Salzkammergut archäologische Prospektionen, Ausgrabungen und Denkmalschutzmaßnahmen zusammen mit dem Bundesdenkmalamt durchgeführt. Dabei ist es gelungen, eine bislang unbekannte archäologische Fundlandschaft zu erschließen, die exemplarisch einen urgeschichtlichen Alpendurchgang dokumentiert. Mag. Maria Windholz-Konrad sorgt als Fachfrau und als Mitglied der Arbeitsgemeinschaft für die wissenschaftliche Erfassung und Publikation des Fundmaterials, das von der Archäologischen Arbeitsgemeinschaft im regionalen Museum betreut und vermittelt wird.


Kategorie 2 – AuftraggeberInnen und EigentümerInnen


SOS-Kinderdorf Steiermark – Johannes Wintersperger
Inmitten des SOS-Kinderdorfs in Kleinstübing in der Steiermark befinden sich die Überreste einer ausgedehnten römischen Villa. Im Zuge des Unterschutzstellungsverfahrens regte das SOS Kinderdorf eine Versuchsgrabung an, die einen besonders gut erhaltenen Bauteil mit Fußbodenheizung erbrachte. Die Begeisterung war so groß, dass das SOS Kinderdorf gemeinsam mit Sponsoren für die Errichtung eines modernen Schutzbaus sorgte. Die Kinder und Jugendlichen des SOS-Kinderdorfs wurden in die Gestaltung dieser Anlage und eines kleinen kindergerechten Museumsraums mit einbezogen. So hat eine junge Öffentlichkeit ihrem alten Denkmal zu neuem Leben verholfen.

Ingrid und Fritz Janu
Ingrid und Fritz Janu stießen beim Umbau ihres Hauses in Hallstatt auf archäologische Überreste. Sie ermöglichten und förderten darauf hin deren Untersuchung. Dadurch wurde erstmals die Geschichte des Ortszentrums greifbar - und das über einen Zeitraum von gut siebentausend Jahren, also von der Jungsteinzeit bis in die Neuzeit. Ingrid und Fritz Janu haben darüber hinaus dafür gesorgt, dass die freigelegten archäologischen Befunde im Untergeschoß ihres Sportgeschäftes konserviert wurden und dort auch öffentlich zugänglich sind. Das Haus Janu ist somit ein gelungenes Beispiel für eine nachhaltige Einbindung von Anliegen der archäologischen Denkmalpflege durch private Bauherren.


Andrea Hammerl
Die Familie Hammerl vlg. Holzer entdeckte auf ihrem Acker in Lebing in der Steiermark einen Römerstein und erstatte eine Fundmeldung beim Bundesdenkmalamt. Es kam in der Folge zur Freilegung einer marmornen Grabstele, die zu einem großen Grabhügel gehört hatte und an Ort und Stelle zusammengebrochen war. Die Begeisterung war so groß, dass sich die Grundeigentümerin Andrea Hammerl entschloss, den Römerstein und den Grund vor ihrem Anwesen für eine von der Gemeinde Eichberg betriebene innovative Präsentation am authentischen Ort zur Verfügung zu stellen. In dieser Weise lässt die Familie Hammerl die Öffentlichkeit an ihrer persönlichen Wertschätzung des bedeutenden archäologischen Fundes dauerhaft teilhaben.




Stadtgemeinde Mautern an der Donau – Bürgermeister Armin Sonnauer
Die Stadtgemeinde Mautern in Niederösterreich hat in den letzten Jahrzehnten im Bereich der archäologischen Denkmalpflege eine Vorreiterrolle in Österreich eingenommen. Durch ihr Engagement gelang es, bedeutende römische Baudenkmale zu konservieren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und unterschiedliche archäologische Projekte umzusetzen. Mit der Errichtung des Römermuseums und der Schaffung eines Kulturwanderweges wurde das Bewusstsein für die römischen Wurzeln in der Region nachhaltig geprägt. Bürgermeister Armin Sonnauer führt diesen schon unter seinen Vorgängern eingeschlagenen Weg mit Gemeinderat und Stadtamt weiter und fördert ihn nach Kräften.


ASFINAG Baumanagement GmbH – Ing. Gerald Stöckl und Dipl.-Ing. Thomas Pils
Seien es die Autobahnen A5 und A6, die Schnellstraßen S1 und S7 oder der Landstraßer Gürtel in Wien – die ProjektleiterInnen der ASFINAG Baumanagement GmbH zeigten und zeigen in vielen Projekten besonderes Engagement bei der Umsetzung von archäologischen Ersatzmaßnahmen. In Einzelfällen konnte sogar der Verlauf von Straßentrassen zum Schutz von Jahrtausende altem Kulturgut geändert werden. Gerald Stöckl und Thomas Pils stehen für konstruktive Diskussionen und für außergewöhnliche Lösungen, die den Anforderungen einer modernen Bodendenkmalpflege bei den archäologisch besonders wichtigen Infrastruktur-Großbauvorhaben gerecht werden.


Kategorie 3 – Öffentlichkeitsarbeit und Vermittlung


Archäologische Kulturpark Niederösterreich Betriebsges.m.b.H. – Dr. Markus Wachter
Seit zehn Jahren leitet Dr. Markus Wachter das operative Geschäft der Archäologie im Bundesland Niederösterreich. „Geschichte sichtbar machen“ bedeutet für die Archäologische Kulturpark Niederösterreich Betriebsges.m.b.H., BesucherInnen durch eine erlebnisorientierte Aufbereitung archäologischer Hinterlassenschaften in eine andere Welt zu entführen. Sowohl die Denkmalpflege als auch die archäologische Forschung sind unverzichtbare Partner bei der schonenden nachhaltigen touristischen Nutzung von Stätten des archäologischen Erbes und bei deren Erhaltung. Ein Meilenstein in dieser Hinsicht ist die Einrichtung und der Betrieb des archäologischen Depots in der Kulturfabrik Hainburg.


Redakteur Gernot Lercher, ORF Steiermark
Gernot Lercher hat die Idee eines Fernsehfilms zur aktuellen steirischen Archäologie geboren und gemeinsam mit einer Reihe von ArchäologInnen und dem Bundesdenkmalamt erfolgreich umgesetzt. Der halbstündige Film „Spurensucher der Geschichte“ wurde mehrfach, auch von ausländischen Sendern, ausgestrahlt und vermittelt die Faszination einer hautnah erlebbaren vielfältigen regionalen Archäologie, aber auch die Probleme eines verantwortungsbewussten Umgangs mit der endlichen Ressource archäologisches Erbe. Für die archäologische Denkmalpflege stellt der Film von Gernot Lercher eine Referenzarbeit in Öffentlichkeitswirksamkeit dar.


Universalmuseum Joanneum – Direktor HR Dr. Wolfgang Muchitsch
Dr. Wolfgang Muchitsch hat als Direktor des Universalmuseum Joanneum in Graz die Letztverantwortung für das 2009 eingerichtete Archäologiemuseum in Graz. In diesem wird eine der ältesten und größten archäologischen Sammlungen Österreichs in einem innovativen Konzept exemplarisch vorgestellt. In- und ausländische Fundstücke gewähren den BesucherInnen persönliche Einstiege in eine alte Welt, für die auch die archäologische Forschung nur Interpretationshilfen, aber keine Gewissheiten anbieten kann. Das Archäologiemuseum eröffnet Perspektiven zukünftiger Präsentation und bewusster Vermittlung, die auch auf der vom Universalmuseum Joanneum konsequent betriebenen Provenienzforschung beruhen.


Heimatverein Attergau – Ing. Franz Hauser (Brigitte Hauke)
Seit seiner Gründung im Jahr 1994 ist der Heimatverein Attergau in Oberösterreich in der Erhaltung, Erforschung und Präsentation des kulturellen Erbes engagiert. Von den Mitgliedern werden in der Marktgemeinde St. Georgen im Attergau drei museale Einrichtungen betreut. Ein besonderer Schwerpunkt der vergangenen Jahre war die Sicherung der Ruine Kogel und die Erforschung archäologischer Denkmale. Ausgrabungen mit dem Bundesdenkmalamt in hallstattzeitlichen Hügelgräbern erbrachten spektakuläre Ergebnisse, die durch den Heimatverein im Haus der Kultur, durch Beschilderung vor Ort und zahlreiche Führungen einer breiten Öffentlichkeit vermittelt werden.


Dipl. Päd. Karin Schmidt
Karin Schmidt initiiert und lenkt als Pädagogin seit zehn Jahren Bildungsprojekte zur Südbahn. Aus den Entwürfen und Anfangsinitiativen entwickelte sich das für Favoriten und Wien bedeutende Bezirksprojekt: „Schulprojekt „Hauptbahnhof Wien“. Mit Beginn der archäologischen Untersuchungen auf der Baustelle hat Karin Schmidt die Archäologie im Projekt platziert. Die Freilegung der historischen Südbahnhöfe und die archäologische Denkmalpflege wurden in Kindergärten, Pflicht- und höheren Schulen, in Universitäten und in der Erwachsenen- und Seniorenbildung thematisiert. Karin Schmidt hat damit ein Fundament für ein breiteres Verständnis unseres archäologischen Erbes gelegt.


Chronos-Verein für Dorfgeschichte – Mag. Josef Bertsch
Die denkmalpflegerischen Initiativen des Vereins, der seinen Sitz in Thaur in Tirol hat, stehen auf höchstem Niveau der Sanierung bedeutender Baudenkmale sowie der Bauforschung und Archäologie. Die Ausgrabungen im frühmittelalterlichen Gräberfeld in der Vigilgasse und am Kiechlberg wurden durch Vermittlung und Unterstützung des Vereins ermöglicht. Josef Bertsch ist als Obmann des 1999 gegründeten Vereins „Chronos“ unermüdlich für die Kulturlandschaft und die Denkmale von Thaur tätig. Durch interdisziplinäre Veröffentlichungen und Tagungen hat er sowohl der weiteren Forschung als auch einer breiten Öffentlichkeit das archäologische Erbe von Thaur zugänglich gemacht.

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