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Univ. Prof. Dr. Eva Frodl-Kraft, 1916 - 2011

Eine kleine zarte Person in aufrechter, disziplinierter Haltung, eine kurze, lebendige Ansprache. So haben wir Eva Frodl-Kraft in Erinnerung, noch von Eindrücken der Feier zu ihrem 90. Geburtstag im Jahr 2006. Geistig frischer als so mancher aus jüngerer Generation.

Das Studium der Kunstgeschichte und eine Ausbildung zur Fotografin bildeten die profunde, Handwerk und Wissenschaft verbindende Basis eines langen fruchtbaren Arbeitslebens (1942-1979) für das Bundesdenkmalamt. Das geistige Erbe von Eva Frodl-Kraft besteht nicht nur in zahlreichen bedeutenden wissenschaftlichen Werken, sondern vor allem in Weichenstellungen für die Zukunft der Denkmalforschung. Die Leiterin des Institutes für österreichische Kunstforschung machte aus dem ursprünglich als Kunstführer gedachten „Dehio“ das Basisinventar zur Erschließung des österreichischen Denkmalbestandes. Der Reihe der Österreichischen Kunsttopographie hat sie mit ihren grundlegenden Richtlinien neue Orientierung gegeben und vor allem der kunsttopographischen Großstadtinventarisierung wichtige Impulse verliehen. Als Gründungsmitglied und Präsidentin des internationalen Corpus Vitrearum Medii Aevi trug Frodl-Kraft mit großem Engagement zum Aufbau und zur Weiterentwicklung dieser Institution bei. Sie hat so Wesentliches zur Erforschung und Erhaltung der besonders gefährdeten Kunstgattung der mittelalterlichen Glasmalerei beigetragen.

Die intellektuellen Standards der durchaus fordernden Persönlichkeit von Univiersitätsprofessorin Frodl-Kraft, die als Mitglied der Akademie der Wissenschaften angehörte, haben durch lange Zeit das wissenschaftliche Niveau der Publikationen des Bundesdenkmalamtes geprägt.

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