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Oleander, Wegwarte und Olive – ein ungewöhnlicher Blumengruß

Mit 30.11.2012 tritt HR Dr. Renate Madritsch in den Ruhestand. Zu den letzten von Renate Madritsch persönlich betreuten Restaurierungen zählt die Orangerie des Schlosses Schönborn bei Göllersdorf, von Johann Lukas von Hildebrandt in den Jahren von 1711 bis 1719 errichtet.

Die bemerkenswerte Restaurierung der Innenräume der Orangerie steht beispielhaft für zahlreiche Restaurierungen, die Renate Madritsch in ihrer 37 jährigen Karriere im Bundesdenkmalamt leitete. Das Jahr ihres Dienstantrittes im Landeskonservatorat für Niederösterreich, 1975, fiel mit dem europäischen Denkmalschutzjahr zusammen, das der Denkmalpflege internationale Aufmerksamkeit und Anerkennung brachte. In dieser denkmalpflegerischen Erfolgszeit sammelte Renate Madritsch im Wein- und Waldviertel ihr umfassendes Wissen um Denkmalschutz und -pflege, Restaurierung und Konservierung. So konnten im Rahmen der NÖ. Landesausstellungen die Schlösser Orth an der Donau, Niederweiden-Schloss Hof, Weitra und Riegersburg unter ihrer denkmalpflegerischen Sorgfalt restauriert werden.
Die Durchsetzung eines international gültigen hohen Niveaus in Theorie und Praxis von Denkmalschutz und Denkmalpflege gelang Renate Madritsch dann ab 1995 als Landeskonservatorin von Vorarlberg. Zahlreiche exemplarische Restaurierungen, etwa die Wandmalereien im Martinsturm in Bregenz oder in der Pfarrkirche St. Martin in Ludesch stellen heute noch Vorbilder für die jüngere Generation der DenkmalpflegerInnen dar. Renate Madritsch gelang es im Besonderen die Restaurierung der gotischen Wandmalerei auf ein neues methodisches Niveau zu heben, das ebenfalls immer noch Vorbildwirkung für ganz Österreich hat. Ihr Verdienst war es auch, dass die Bauten der Vorarlberger Industriearchitektur des 19. Jahrhunderts, etwa die ehem. Textilfabrik Lünersee in Bürs, als Objekte der Denkmalpflege wahrgenommen, gewertet und in der praktischen Denkmalpflege auf ebenso hohem Niveau wie etwa sakrale Denkmäler betreut wurden. Gleichzeitig rief Renate Madritsch auch die Architektur der Zwischen- und Nachkriegszeit ins öffentliche Bewusstsein. Mit der Restaurierung der Tankstelle „Im Kobel“ in Götzis leistete sie Pionierarbeit hinsichtlich des Umgangs des Denkmalschutzes und der Denkmalpflege mit der Architektur der Moderne.
2008 wurde Renate Madritsch zur Landeskonservatorin von Niederösterreich bestellt. Mit der Rückkehr in jenes Bundesland, in dem ihre Karriere begann, setzte sie gleichzeitig wieder bei ihren damaligen Schwerpunkten an. In diesen Jahren stand besonders ihr Bemühen um die historischen Kulturlandschaften Wachau wie Semmering im Vordergrund. Die Liste der größeren Restauriervorhaben, die sie begleitete - Fertigstellung der Restaurierung der Wallfahrtskirche Maria Taferl, Fortsetzung der Restaurierung der Stiftstrakte des Stiftes Herzogenburg, Restaurierung des Kaisertraktes des Stiftes Klosterneuburg, Restaurierung der Wintersakristei und des Torwartl-Hofes des Stiftes Melk, Fortsetzung der Restaurierung des Innenraumes der Stiftskirche Altenburg, Innenrestaurierung der Stadtpfarrkirche Krems und die Innenrestaurierung der Stiftskirche von Zwettl -, bildet eine bemerkenswert repräsentative Fülle von Aufgaben für ihre 4-jährige Amtszeit in Niederösterreich. Renate Madritsch pflegte während ihrer langjährigen Tätigkeit stets ein gutes Einvernehmen mit den Kultureinrichtungen des Landes, der kirchlichen/ diözesanen Denkmalpflege und den privaten DenkmaleigentümerInnen. Die von ihr geforderten und von ihr auch eingehaltenen hohen Standards in der Denkmalpflege bleiben das hohe Verdienst der bisherigen Landeskonservatorin von Niederösterreich, HR Dr. Renate Madritsch.

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