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Ein Überzeugungstäter der DenkmalpflegeDer Salzburger Landeskonservator HR Dr. Ronald Gobiet tritt in den Ruhestand.

HR Dr. Ronald Gobiet

Denkmalpflegemesse "monumento" im Jänner 2012

In der Kollegienkirche 2010, Foto: Zenzmaier

Landeskonservatorentagung 2004

Nach neun Jahren im Amt tritt HR Dr. Ronald Gobiet am 30. November 2012 als Landeskonservator für Salzburg in den Ruhestand. In diesen neun Jahren hat sich das Gesicht der Denkmalpflege in Salzburg grundlegend verändert. 

Seit 1977 im Landeskonservatorat für Salzburg tätig, setzte Gobiet in den 1990er Jahren wichtige Akzente bei der Erhaltung der Altstadt von Hallein und bei Schwerpunktveranstaltungen und Publikationen zur mittelalterlichen Wandmalerei in Piesendorf und Bad Gastein.

Nach seiner Ernennung zum Landeskonservator betrieb er eine Reihe ambitionierter Restaurierungsprojekte, wobei sein besonderes Augenmerk der Durchsetzung internationaler Qualitätsstandards bei Vorbereitung, Umsetzung und Dokumentation der Restaurierungen lag. Unter der Vielzahl von Restauriervorhaben der vergangenen Jahre seien als Beispiele in der Stadt Salzburg die Sanierung der Mariensäule am Domplatz, die Restaurierung des Residenzbrunnens, die Neutor-Sanierung, die Restaurierung der Faistauer-Fresken im Haus für Mozart und der Wandmalereien im Schloss Freisaal genannt, weiters die Nach-Sanierung der Fassade des Salzburger Doms; außerhalb der Landeshauptstadt die Sanierung von Schloss Urstein in Puch oder die im heurigen Jahr abgeschlossene Außensanierung der Wallfahrtskirche St. Leonhard bei Tamsweg. Erwähnung verdient auch die Wiederaufstellung und Sanierung der Skulpturen im Park von Schloss Leopoldskron – was schließlich auch zur Rekonstruktion eines Teils der Parkanlage von Max Reinhardt geführt hat.

Ein spezielles Anliegen war Gobiet von Anfang an die denkmalgerechte Umsetzung von Großprojekten. Denkmalpflege auf Basis wissenschaftlicher Untersuchungen und denkmalpflegerische Projektsteuerung zählten dabei zum denkmalpflegerischen Credo, das Gobiet bei mehr als einem Großbauvorhaben durchsetzte. Das Kolping-Projekt in Hallein, bei dem in einem einzigen Sanierungsvorhaben sieben Altstadthäuser restauriert und für eine neue Nutzung adaptiert wurden, oder der Umbau des Salzburger Hauptbahnhofes können als Musterbeispiele dieses methodischen, zielorientierten Vorgehens gelten. 

Groß sind auch die Verdienste Gobiets um die kirchlichen Denkmale des Landes Salzburg, wobei unter den Restaurierungen seiner Ära zweifellos die Salzburger Kollegienkirche einen ganz besonderen Stellenwert hat. Die Beschäftigung mit dieser Kirche und anderen Bauten ihres Architekten Johann Bernhard Fischer von Erlach prägten Gobiets gesamte Tätigkeit. Die Landeskonservatorentagung 2004 zum Thema „Fischer von Erlach“ und die Sanierung der Kollegienkirche wurde von Gobiet mit viel Engagement und Ausdauer betrieben. Und noch immer stehen wichtige Restaurierungsabschnitte dieses „Bauwerkes von europäischem Rang“ - wie Gobiet die Kirche selbst gern beschreibt - bevor.

Nicht weniger wichtig als die Arbeit am Denkmal selbst war Ronald Gobiet aber auch stets die Vermittlung des Denkmalpflegegedankens und die Bewusstseinsbildung für das damit verbundene kulturelle Erbe. Neben einer regen Vortragstätigkeit rückten auch zahlreiche Interviews in Presse und Fernsehen den Denkmalschutz und seine Probleme immer wieder in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses.

Dass Ronald Gobiet neben seiner Tätigkeit als Landeskonservator noch Zeit fand, mehrere Fachpublikationen in der von ihm gegründeten Reihe „Salzburger Beiträge zur Kunst und Denkmalpflege“ herauszugeben und federführend bei der Etablierung der Denkmalpflegemesse monumento in Salzburg tätig zu sein, rundet das Bild eines dynamischen „Überzeugungstäters der Denkmalpflege“ ab.

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