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HR Prof. Dr. Axel Hubmann, Landeskonservator für Kärnten 2007-2012
Mit Würdigungen des Landes Kärntens und der Republik Österreich geht der Landeskonservator in den Ruhestand.

HR Prof. Dr. Axel Hubmann

Steindorf, Steinhaus, Foto: Günther Domenig Privatstiftung

Klagenfurt, Universität, Vorstufengebäude, Foto: F.Neumüller

„Denkmalpflege ist eine kommunikative, integrativ-vernetzende Wissenschaft.“ - Wenn es einen Leitsatz gäbe, unter welchen sich die fast dreieinhalb Jahrzehnte währende Berufstätigkeit des scheidenden Landeskonservators subsumieren ließe, wäre es wohl dieser.

HR Prof. Dr. Axel Hubmann trat 1974 den Dienst im Landeskonservatorat für Niederösterreich an und wurde 2007 zum Landeskonservator für Kärnten ernannt. In der jahrzehntelangen denkmalpflegerischen Tätigkeit ging es Hubmann stets um den „Kompromiss des Machbaren“ unter Zugrundelegung des grundsätzlich intendierten Idealzustandes, ohne dass die Wertigkeit und Bedeutung von Denkmalen dadurch geschmälert werden durfte. Nicht nur private DenkmaleigentümerInnen schätzten seine grundsätzliche Verhandlungsbereitschaft, sondern auch Gemeinden und Bezirksverwaltungsbehörden, was letztlich den Niederschlag in entsprechenden Ortssatzungen und Bebauungsbestimmungen, wie beispielsweise den Schutzzonenbestimmungen für Baden und Wiener Neustadt, fand. Rückblickend auf die Tätigkeit in Niederösterreich hat die Restaurierung des Stiftes Heiligenkreuz einen ganz besonderen Stellenwert, nicht nur, weil sie für ihn mit der „Wiedergeburt der Idee der Bauhütte“ verknüpft ist, die zur Restaurierung der Dreifaltigkeitssäule eigens einen Flaschenzug erbaute, sondern auch, weil die vom Verfall bedrohten Reliefplatten des Barockbildhauers Giovanni Giuliani nachhaltig gerettet werden konnten.

Hubmanns Verbundenheit mit Themen der zeitgenössischen Kunst und Architektur fand in künstlerisch akzentuierten Projekten ihren Niederschlag, wie etwa in dem von Johannes Fruhmann gestalteten Fresko an den Fassaden des Schlosses Lengenfeld, das von dessen Gattin Christa Hauer bis heute als Künstlerschloss geführt wird. Auch in der Denkmalinventarisation waren es vor allem die noch unerforschten Bauten der jüngeren Vergangenheit, die Hubmann bleibend erhalten wissen wollte, beispielsweise die nach Eröffnung der Semmeringbahn um 1900 entstandene Villenarchitektur am Semmering und in der Reichenau oder die 1938/39 als Heeresunterkünfte errichtete Wohnhaussiedlung Allentsteig. Diesen Kurs behielt er auch seit 2007 als Landeskonservator in Kärnten bei, indem er für das von Roland Rainer geplante Vorstufengebäude der Universität für Bildungswissenschaften in Klagenfurt von 1971 oder für das von Günther Domenig geplante Steinhaus am Ossiacher See von 1980 die Unterschutzstellung initiierte.

Unter den unter seiner Ägide begonnenen bzw. durchgeführten Großprojekten in Kärnten sind im sakralen Bereich die Adaptierung des Südflügels des Stiftes St. Paul im Lavanttal und die Restaurierung des protestantischen Ensembles einschließlich der Errichtung eines Museumsneubaues in Fresach für die Landesausstellungen 2009 und 2011, die Außenrestaurierung der Propsteipfarrkirche in Maria Saal, die Wiederherstellung der frühbarocken Gartenanlage des Servitenklosters in Maria Luggau und die Neuansiedelung des Diözesanmuseums in Gurk, sowie im profanen Bereich die Rettung der Zinkhütte in Döllach oder die Sanierung und Restaurierung des bereits genannten Vorstufengebäudes besonders hervorzuheben.


www.kleinezeitung.at/nachrichten/kultur/3173700/werte-sichern-fuer-uebermorgen.story

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