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Hofburgkapelle und Michaelerkirche

In Anerkennung ihrer herausragenden Leistungen im Rahmen des Projekts der Technischen Universität Wien und ihres Engagements in der öffentlichkeitswirksamen Vermittlung von Anliegen der Denkmalpflege sprach Frau Präsidentin Dr. Barbara Neubauer den Studierenden Mag. Birgit Knauer, Mathias Slupetzky, Beate Ponsold, Jennifer Brunner und Ulrike Herrmann (1.R. v.l.n.r) am 11. März 2013 offiziell den Dank des Bundesdenkmalamts aus.

v.l.n.r 1.Reihe
DI Hanna A. Liebich, Bundesdenkmalamt, Abteilung für Architektur und Bautechnik; Mag. Manuela Legen, Bundesdenkmalamt, Landeskonservatorat für Wien; Mathias Slupetzky, Mag. Birgit Knauer, Jennifer Brunner und Beate Ponsold, Studierende der TU Wien
v.l.n.r 2.Reihe
Dr. Gerold Eßer, TU Wien, Projektleitung, Institut für Baugeschichte und Bauforschung; Dr. Michael Grabner, Universität für Bodenkultur, Dendrochronologie, Kooperation; Dr. Günther Buchinger, Österreichische Akademie der Wissenschaften, Hofburgprojekt, Kooperation. Foto: BDA.

Ausschnitte aus Aufrichtevorgang: Dach der Hofburgkapelle. Abbildung: TU Wien.

Ausschnitte aus Aufrichtevorgang: Dach der Michaelerkirche. Abbildung: TU Wien.

Am 27.2.2013 präsentierten Lehrende und Studierende der Technischen Universität Wien die ersten Ergebnisse der Forschung zu den Dachwerken der Wiener Hofburg. Mit den Bauaufnahmen der Dachkonstruktionen der Hofburgkapelle (1421) und der Michaelerkirche (1525) übergaben sie dem Bundesdenkmalamt den ersten Baustein einer geplanten Gesamtdokumentation.

Die Vorträge zu den Dachwerken der Wiener Hofburg zogen 70 ExpertInnen und Interessierte verschiedenster Fachbereiche in den Ahnensaal des Bundesdenkmalamts. Zwei Stunden lang standen die beiden ältesten Dächer des Hofburgkomplexes im Zentrum der Aufmerksamkeit.

Der Abend brachte fesselnde Einblicke in die äußerst komplexen spätmittelalterlichen Baukonstruktionen. Von besonders bleibendem Eindruck waren die zwei, den Aufrichtevorgang der beiden Dachwerke visualisierenden Kurzfilme. Im Fall der Hofburgkapelle mussten dabei rund 400 und in der deutlich größeren Michaelerkirche an die 1000 Einzelbauteile zugeordnet werden. Anhand der genauen Analyse der zimmermannsmäßigen Verbindungen und der vollständigen Erfassung aller Abbundzeichen ließ sich die Bauabfolge eindeutig rekonstruieren. Die modernen Animationen zeigten einmal mehr das bemerkenswerte bautechnische Know-how des 15. und 16. Jahrhunderts.

Im Zuge der detaillierten Untersuchung konnten Erkenntnisse zu Bauabschnitten und Bauphasen gewonnen werden, die es im Weiteren mit dem Wissen aus dem Forschungsprojekt zur Bau- und Nutzungsgeschichte der Hofburg (Österreichische Akademie der Wissenschaften) zu verknüpfen gilt.

Den Abschluss bildete eine erste Einordnung der „kaiserlichen“ Dachwerke in die Entwicklungsgeschichte der Dachtypologie. Eine zu erwartende technologische Vorreiterstellung konnte ihnen bisher nicht bescheinigt werden. Vielmehr stehen die Bauweisen satt in der etablierten Handwerkstradition ihrer Zeit. Um hier abschließende Aussagen zu treffen, sind jedoch weitere regionale Vergleiche notwendig. In diesem Sinne diente die Veranstaltung vor allem auch der besseren Vernetzung der einzelnen Forschungsgruppen zu historischen Dachwerken in und um Österreich.

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