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kirchenRÄUMEnZukunftsperspektiven für die Nutzung von Sakralbauten

Publikum bei der Fachtagung zu den Zukunftsperspektiven für die Nutzung von Sakralbauten in Linz © BDA, Foto: Bettina Neubauer

Publikum bei der Fachtagung zu den Zukunftsperspektiven für die Nutzung von Sakralbauten in Linz © Wimmer

Fachdirektor Dr. Bernd Euler-Rolle © BDA, Foto: Bettina Neubauer

Dr. Andreas Lehne, Leiter der Abteilung für Inventarisation und Denkmalforschung mit Dipl. Ing. Jessica Wehdorn © BDA, Foto: Bettina Neubauer

Dr. Ulrike Knall-Brskovsky, Landeskonservatorin für OÖ © BDA, Foto: Bettina Neubauer

Krems, ehem. Minoritenkirche
© BDA, Foto: Wellek, 1950

Vom 7. bis 8. Juni 2013 fand im afo Architekturforum Oberösterreich in Linz erstmals eine Fachtagung zum Thema Kirchenleerstand, -umnutzung, -profanierung statt.

Der gesellschaftliche und demographische Wandel führt gegenwärtig zu einer sinkenden Zahl von Pfarrmitgliedern und Kirchgängern sowie zu Problemen bei der Besetzung von Pfarrstellen. Die Erhaltungslast verteilt sich auf weniger Köpfe und sinkende Budgets. Damit droht eine Entwicklung, in welcher Sakralbauten zur Disposition gestellt und aus der kirchlichen Nutzung herausgenommen werden. Dies veranlasste das Kunstreferat der Diözese Linz, das Bundesdenkmalamt und das Architekturforum Oberösterreich dazu, im Rahmen einer gemeinsamen Veranstaltung der Frage nachzugehen, ob sich in Österreich eine ähnliche Entwicklung abzeichnet, wie sie bereits in nennenswertem Ausmaß in den Niederlanden und in Deutschland zu Umnutzungen, Verkäufen und auch Abbrüchen von Sakralbauten geführt hat, und wie schließlich mit einer solchen Situation umzugehen wäre.

Hochkarätige Expertinnen und Experten aus den Fachgebieten der Theologie, Kulturanthropologie, Architektur und Denkmalpflege analysierten die Situation in Deutschland und Österreich, zeigten Beispiele von gelungenen und weniger gelungenen Adaptierungen und boten Lösungsansätze für den künftigen Umgang mit den von Verkauf und Umnutzung bedrohten Sakralbauten. Die Expertinnen und Experten waren sich dahingehend einig, dass Entscheidungen über die Auflassung von Pfarren und Kirchen transparent gestaltet und rechtzeitig mit der ansässigen Bevölkerung diskutiert werden müssen, um für alle Seiten gangbare Lösungen zu finden. Es ist dabei zu bedenken, dass es sich bei Sakralbauten um höchst komplexe Gebilde handelt, die nicht nur eine religiöse, sondern auch eine städtebauliche oder landschaftsprägende Bedeutung in der Mitte eines Gemeinwesens aufweisen. Viele Kirchen stellen mit ihrer Architektur und Ausstattung Kulturgut von höchstem Rang dar. Als Sakralbauten sind sie emotional aufgeladene, öffentliche Räume, mit denen individuelle, aber auch kollektive Erinnerungen und Erfahrungen verbunden sind. Daher muss eine zukünftige Nutzung – stehen diese Gebäude einmal zur Disposition – sensibel angedacht werden. Als zukunftsweisend erschien zum Beispiel die Idee, den Kirchenraum für Mehrfachnutzungen zu öffnen, um etwa neben dem Gottesdienst auch dem Ort angemessene Veranstaltungen wie Konzerte, Lesungen etc. anzubieten. Es wurde auch aufgezeigt, dass es den Kirchen nach einem vorschnellen Verkauf der Objekte nicht mehr möglich ist, Einfluss auf die künftige Nutzung zu nehmen, die sich in der Folge durchaus mehrfach ändern kann.

Am Beginn des Jahres 2014 soll das Symposium als Tagungsband der Österreichischen Zeitschrift für Kunst und Denkmalpflege erscheinen und damit für ein breites Publikum erhältlich sein. Nähere Informationen zu den einzelnen Beiträgen finden sich auf der Website der Diözese Linz. Es ist zu hoffen, dass der durch das Symposium angestoßene Prozess dazu führt, die verantwortlichen Akteure für das Thema zu sensibilisieren, um im Anlassfall gute Lösungen für die Zukunft unserer Sakralbauten gewährleisten zu können. Das Symposium wollte Mut zu einer aktiven Vorschau und einer bedachtsamen Entwicklung von Entscheidungswegen und Ablaufmodellen machen, um die gemeinsam empfundenen Werte der Sakralbauten weiterhin sichern zu können.
 

Informationen dazu auch: www.dioezese-linz.at/redaktion/index.php

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