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Das Denkmalschutzgesetz feiert Geburtstag!90-jähriges Jubiläum des Denkmalschutzgesetzes

Im Tiefspeicher der Österreichischen Nationalbibliothek: Mag. Andrea Böhm/BDA, Mag. Thomas Zauner/ÖNB und Frau Johanna Rait/ÖNB (von li. nach re.) mit der Originalausgabe der Wiener Zeitung vom 5. Oktober 1923.
© BDA, Foto: Irene Dworak
 

© BDA, Foto: Irene Dworak

© BDA, Foto: Irene Dworak
 

© BDA, Foto: Irene Dworak

Am 5. Oktober 1923 wurde das Denkmalschutzgesetz in der Wiener Zeitung kundgemacht.

Bemerkenswert an der Beschlussfassung für das Denkmalschutzgesetz vor 90 Jahren ist nicht nur der lange Weg dorthin – man hat fast ein halbes Jahrhundert darüber diskutiert – sondern auch der Zeitpunkt. Österreich befand sich in einer tiefen wirtschaftlichen Krise. Um die Hyperinflation zu beenden und einen Staatsbankrott zu vermeiden hatte man 1922 zu ungünstigen Konditionen einen großen Kredit aufnehmen müssen, die Finanzverwaltung des Staates war der Kontrolle des Völkerbundes unterstellt, 84.000 Beamte mussten entlassen werden, die Einkünfte durch das Tabakmonopol und die Zölle waren verpfändet. Dass sich der Staat in dieser Situation entschlossen hat, Verantwortung für den Denkmalbestand zu übernehmen, zeugt von hohem Kulturbewusstsein, aber auch von Selbstbehauptungswillen. Der Denkmalbesitz wurde als Teil der österreichischen Identität wahrgenommen und erschien als solcher schützenswert.

Durch das inzwischen mehrfach novellierte, in seinen Grundzügen aber immer noch auf die Fassung von 1923 zurück gehende Denkmalschutzgesetz konnten in den vergangenen 90 Jahren unzählige Objekte vor der Zerstörung gerettet werden. Das Gesetz ermöglicht es, eine Auswahl des erhaltungswürdigen Kulturbestandes durchzuführen und diese unter staatliche Kontrolle zu stellen. Damit kann sichergestellt werden, dass die vielfach notwendigen und für die Erhaltung eines Denkmals sinnvollen Veränderungen in einer Weise durchgeführt werden, dass die eigentlichen Werte des Denkmals, seine geschichtliche, künstlerische und kulturelle Bedeutung nicht verloren gehen.

Der Nationalrat hat daher vor 90 Jahren eine mutige und weitsichtige Weichenstellung vorgenommen, die entscheidend zur Erhaltung des österreichischen Denkmalbestandes, der als ein Art „Staatsschatz“ betrachtet werden kann, beigetragen hat.
 

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