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"Salze an Bauwerken verstehen“Fachleute tagen im Bundesdenkmalamt zum Thema Salzschäden

Die Tagungsteilnehmerinnen und -teilnehmer

Über 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer folgten der Einladung zu dem Workshop. © BDA, Foto: Irene Dworak

Übungen am Lichtmikroskop

Übungen am Lichtmikroskop © BDA, Foto: Irene Dworak

Markus Santner

Mag. Markus Santner moderierte den Workshop. © BDA, Foto: Irene Dworak

Rasterelektronenmikroskopie

Die Rasterelektronenmikroskopie ermöglicht die genaue Bestimmung der Schadensmechanismen. © BDA, Foto: Irene Dworak 

Ionenchromatographie

Möglichkeiten und Grenzen der Ionenchromatographie bei der quantitaiven Salzanalyse wurden intensiv diskutiert. © BDA, Foto: Irene Dworak 

Fragen über Fragen

Viele Fragen beschäftigten die Fachleute bei der Begehung der Südfassade des Stephansdoms. © BDA, Foto: Robert Linke

Steinverwitterung am Stephansdom

Schadgase und Witterungseinflüsse führen zu einem Abbau des Kalksteins. © BDA, Foto: Robert Linke 

Patina am Stephansdom

Über Jahrhunderte aufgewachsene Gipssinterschichten führen zu einer Verdichtung der Oberfläche und in weiterer Folge zu einer Abplatzung. © BDA, Foto: Robert Linke

Patina am Stephansdom

Mit Staub- und Russ belegte Gipsagglomerate auf dem Kalkstein verleihen dem Stephansdom eine würdige Patina. © BDA, Foto: Robert Linke

Salzkrusten in der Virgilkapelle

Über viele Jahrzehnte eingesickertes Winterstreusalz vom ca. 10m darüber liegenden Stephansplatz gefährdet in der Virgilkapelle die letzten Fragmente der romanischen Wandgestaltung. © BDA, Foto: Robert Linke

Unter dem Titel "Salze an Bauwerken verstehen" trafen sich von 26. bis 28. Februar 2015 über 40 Fachleute in der Abteilung für Konservierung und Restaurierung um über die Analytik von bauschädlichen Salzen sowie Maßnahmen zu deren Reduktion zu diskutieren.

Umfangreiche naturwissenschaftliche Befunderhebungen bilden im Bereich der Denkmalpflege eine wichtige Grundlage, sowohl für die Definition von Restaurierzielen als auch bei deren Umsetzung in die Praxis. Das Naturwissenschaftliche Labor des Bundesdenkmalamtes widmet sich seit vielen Jahren der Begleitung von Restaurierungsprojekten und leistet damit verbundene Forschungs- und Entwicklungsarbeit in vielen Fachbereichen der Denkmalpflege.

Im Bereich der Baudenkmalpflege haben vor allem Salze und Feuchtigkeit einen wesentlichen Einfluss auf die Erhaltung von historischer Bausubstanz. Die genaue Kenntnis des Feuchte- und Salztransports in unterschiedlichen Baustoffsystemen, die Abhängigkeit diverser chemischer Prozesse von äußeren Umweltbedingungen sowie nicht zuletzt die Möglichkeiten der Salz- und Feuchtereduktion bilden eine wichtige Grundlage für ein zielgerichtetes und effizientes Vorgehen bei der Erhaltung von Denkmalen.

Auf Einladung der Abteilung für Konservierung und Restaurierung wurden im Rahmen eines 3-tägigen Workshops Strategien bei der Analytik und Reduktion von Schadsalzen an Bauwerken vorgestellt und diskutiert. Die Veranstaltung war ein Kooperationsprojekt des Vereins Salze im Kulturgut e.V., der Universität für angewandte Kunst und der Universität Innsbruck sowie des Bundesdenkmalamtes. Fachleute aus den Bereichen Naturwissenschaften und Konservierung und Restaurierung erläuterten die Vorteile und Risiken bei der Salzminderung von Wandoberflächen.

Im Rahmen von praktischen Übungen konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die korrekte Durchführung von Salzanalysen erlernen und die Interpretation der Messwerte diskutieren. Großer Raum wurde den Themen „Raumklima“ und „Monitoring“ gegeben, welche die Grundlagen für eine langfristig erfolgreiche Setzung von Maßnahmen bilden.

Den Abschluss der Tagung bildete am Samstag eine Besichtigung von prachtvollen Salzausblühungen in der sog. Virgilkapelle unter dem Wiener Stephansplatz. Der Raum war Teil der ursprünglich an diesem Platz befindlichen Magdalenakapelle und diente vermutlich als Krypta. Der in Vergessenheit geratene Kapellenraum wurde 1972 im Rahmen der U-Bahn Bauarbeiten am Stephansplatz wieder entdeckt und freigelegt. Aufgrund seiner Lage ca. 12m unterhalb des Bodenniveaus des heutigen Stephansplatzes bedrohen eindringende Feuchtigkeit und Salze die letzten Fragmente der romanischen Wandgestaltung. Dr. Michaela Kronberger vom Wien Museum erläuterte die aktuellen Herausforderungen bei der Klimatisierung des Raumes der in den kommenden Monaten den Besucherinnen und Besuchern wieder zugänglich gemacht werden soll.

Anschließend führte Domarchivar MMag. Franz Zehentner die Tagungsteilnehmerinnen und Tagungsteilnehmer zu den derzeit laufenden Fassadenrestaurierungen an der Südfassade des Langhauses von St. Stephan, wo die über Jahrhunderte lang ausgebildeten Gipssinterkrusten und Abschalungen am Kalksandstein beobachtet und deren Auswirkungen diskutiert werden konnten.


http://www.salze-kulturgut.de/

http://www.salzwiki.de/

Tagungsprogramm (folgt demnächst)

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