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Neue Ö-NORM für Kulturgutvermessung

Mit der aktualisierten ÖNORM A 6250 – „Aufnahme und Dokumentation von Bauwerken und Außenanlagen“ und der Erweiterung um eine Norm für „denkmalgeschützte Objekte“ ist es erstmals gelungen diese Thematik normativ zu regeln.

Die ÖNORM A 6250 beschreibt, wie bestehende Bauwerke und Außenanlagen aufzunehmen und zu dokumentieren sind. Im Zuge der regulären Überarbeitung wurde der Standard um eine eigene Norm A 6250-2 für die „Bestands- und Bauaufnahme denkmalgeschützter Objekte“ erweitert. Seit März 2015 liegt nun die neue, nun zweiteilige Norm vor.

Grundsatz der Bauaufnahme historischer Gebäude

Die Bauaufnahme eines historischen Gebäudes erfüllt verschiedene Aufgaben. Sie kann Bestandteil der Erfassung und Erforschung (Inventarisation), Grundlage für Maßnahmen zur Erhaltung (Restaurieren) und Ausgangspunkt zur Planung von Veränderungen (Adaptieren) sein. Die Bestandsaufnahme definiert den gegenwärtigen Zustand eines Objektes und bildet damit eine wesentliche Grundlage für die Entwicklung von objektspezifischen Maßnahmen. Sie ist die Basis für die Projektdarstellung und ein Werkzeug für die Ausschreibung, Bauabwicklung und anschließende Gebäudewartung.

Neuer Standard für denkmalgeschützte Objekte

Während mit der bisherigen Norm moderne Gebäude gut erfasst und dokumentiert werden konnten, ist für die derzeit 37.695 denkmalgeschützten Objekte in Österreich eine andere Herangehensweise und ein erweitertes Repertoire notwendig. Dementsprechend regelt die ÖNORM A 6250-2 ergänzend zum aktualisierten Teil 1 die erforderlichen Inhalte, Technologien, Darstellungs- und Dokumentationsgrundlagen für denkmalgeschütztes Kulturgut. Dazu zählen etwa die Techniken der Konturdarstellung und der porträtierenden Darstellung oder die beiden zusätzlichen Aufnahmedichten E und F. Während Teil 1 eine reine Aufnahmenorm ist, regelt Teil 2 sowohl die Aufnahmekriterien, die Dokumentation als auch die Ausführung der Pläne und die Langzeitarchivierung.

Referenzen für die Planung

Die neue Norm definiert in ihrer Neufassung, welche Layer in CAD-Programmen zu verwenden sind und bezieht sich dabei auf die Normenfamilie ÖNORM A 6241 für digitale Bauwerksdokumentation und Building Information Modeling. Die neue ÖNORM A 6250-2 hat den großen Vorteil, dass damit ein einheitlicher Rahmen für die Kulturgutvermessung vorliegt und alle Marktteilnehmer die gleichen Voraussetzungen haben, fasst Landeskonservator Dr. Hermann Fuchsberger zusammen. Ein umfangreicher Anhang mit vielen exemplarischen Beispielen sorgt für ein bestmögliches Verständnis des neuen Regelwerkes.
Untersuchung, Analyse und Dokumentation erschließen die geschichtliche, künstlerische und kulturelle Bedeutung eines Baudenkmals sowie seiner materiellen Eigenschaften. Die Erfassung von Bestand und Zustand bildet eine unverzichtbare Handlungsgrundlage. Die aktualisierte ÖNORM A 6250 bildet dafür ein künftig unverzichtbares Hilfsmittel.


Austrian Standards stellt die erforderlichen Vorlagedateien und digitalen Unterlagen sowie die Beispiele in größerer Darstellungstiefe als kostenfreie Downloads zur Verfügung.


Bibliographie:
Standards der Baudenkmalpflege, Bundesdenkmalamt 2014.
ÖNORM A 6250 „Aufnahme und Dokumentation von Bauwerken und Außenanlagen“, Teil 1: Bestandsaufnahme, Teil 2: Bestands- und Bauaufnahme von denkmalgeschützten Objekten, 2015.

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