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„Happy Birthday, liebe Opernpassage!“

Gastronomie- und Geschäftslokale bieten beim sicheren Unterqueren der Ringstraße auch Zeit zum Verweilen. Copyright BDA

Die erste Fußgängerpassage mit öffentlichen Rolltreppen überhaupt ermöglichte eine sichere Unterquerung der Ringstraße. Dahinter liegt das namensgebende Opernhaus. Copyright BDA

Die baukünstlerische Gestaltung der Opernpassage bietet einen perfekten Schauplatz für zahlreiche Filmproduktionen. Copyright BDA

Viele Details erinnern noch an die Entstehungszeit 1955. Copyright BDA

„Das war damals eine Sensation. Die Leute haben sich an den Glasscheiben die Nasen platt gedrückt, so viele waren bei der Eröffnung.“ berichtet Peter Kollin, der vor 60 Jahren persönlich dabei war.

Die Opernpassage in Wien wurde einen Tag vor der feierlichen Wiedereröffnung der Staatsoper am 4. November 1955 als „Schmuckstück im Herzen der Stadt“ ihrer Bestimmung übergeben. Als großzügige, ultramoderne Fußgängerpassage ermöglichte sie den Passanten ein sicheres Unterqueren der Ringstraße und verbreitete mit den mondänen Gastronomie- und Geschäftslokalen das großstädtische Flair einer aufstrebenden Metropole. Herr Kollin, von Anfang mit dabei, ist nach wie vor Betreiber eines Hut-Fachgeschäfts in der Opernpassage und weiß daher viel zu berichten: „Bei uns in der Opernpassage haben auch Hans Moser, Heinz Conrads und Helmut Qualtinger ihre Hüte gekauft.“ Seither stand die Opernpassage immer wieder im Rampenlicht. Von Falcos Musikvideodreh für „Ganz Wien“ (1980) und „Jeanny“ (1985) bis zum aktuellen Mission Impossible-Blockbuster mit Tom Cruise, in dem die Opernpassage auch vorkommt.

In der Rekordzeit von nur acht Monaten wurde die Opernpassage an der damals verkehrs- und unfallreichsten Kreuzung Wiens errichtet. Tag und Nacht wurde gearbeitet, damit sie bis zur Eröffnung der wiederaufgebauten Staatsoper fertig gestellt werden konnte. Die Opernpassage war das erste Bauwerk dieser Art in Österreich und ein Symbol für das moderne Nachkriegs-Wien. Sie sollte den Beweis für den Beginn einer "zukunftsfreudigen Entwicklung" liefern, die "Wien zu einer Weltstadt" machen würde. Die Zeitungen berichteten von der "neuen Sehenswürdigkeit" und die Wienerinnen und Wiener standen Schlange, um die Sensation zu bewundern und die neuen Rolltreppen auszuprobieren.

Die baukünstlerische Gestaltung der Opernpassage wurde von Architekt Adolf Hoch (1910-1992) geplant, der als einer der führenden Verkehrsplaner der Nachkriegszeit eine ganze Reihe von Infrastrukturbauten in der Stadt errichten konnte. Der Opernpassage folgten innerhalb weniger Jahre die Bellariapassage (1961), die Babenbergerpassage (1961), die nicht von ihm entworfene, heute aber immer noch besonders modern anmutende Schottentorpassage (1961) und zuletzt die Albertinapassage (1964). Ab 1978 wurde die Opernpassage im Zuge des U-Bahn-Baus zum Eintrittsportal in ein dicht gespanntes Netz von Verbindungspassagen rund um den Karlsplatz als größter unterirdischer U-Bahn-Knoten der Stadt Wien.

„Für die Opernpassage, deren Ursprung in der Zeit der zunehmenden Dominanz des Automobils liegt, war interessanterweise der Öffentliche Nahverkehr die Rettung.“ gibt Wolfgang Salcher vom Bundesdenkmalamt zu bedenken. „Ohne den U-Bahn-Bau in den späten 1970er-Jahren hätte die Opernpassage wahrscheinlich nicht überlebt und wäre womöglich schon zugeschüttet.“
In den letzten Jahren unterzog man die Opernpassage, begleitet vom Bundesdenkmalamt, einem umfassenden Facelifting. „Es freut mich, dass die Opernpassage durch die großen Investitionen der letzten Jahre zu ihrem 60. Geburtstag zuversichtlich in die Zukunft blicken kann.“, so Salcher optimistisch. Ein schöneres Geschenk kann man sich nicht wünschen. Happy Birthday, liebe Opernpassage!







Kontaktpersonen:
Peter Kollin, Zeitzeuge und Inhaber des traditionsreichen Geschäftslokals "Collins" in der Opernpassage: Tel. 587 13 05, Tel. 0664 210 48 10

Landeskonservator HR Univ.-Doz. Dr. Friedrich Dahm, Bundesdenkmalamt, Landeskonservatorat für Wien, Tel. 01-53415-180, friedrich.dahm@bda.gv.at

Dipl.-Ing. Wolfgang H. Salcher, Bundesdenkmalamt, Landeskonservatorat für Wien, Tel. 01-53415-179, wolfgang.salcher@bda.gv.at


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