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Fachtagung Brandschutz im Baudenkmal – eine Rückschau

Mit über 200 Anmeldungen restlos überbucht stellte die Fachtagung Brandschutz im Baudenkmal schon im Vorhinein einen inhaltlichen Erfolg dar. TeilnehmerInnen aus unterschiedlichen Interessensgebieten wie Brandschutzplanung, Denkmalpflege oder Verwaltung konnten am 11. November im Refektorium der Kartause Mauerbach erstmalig einem neuen Veranstaltungsformat des Bundesdenkmalamtes folgen.

Der Fokus der ersten Fachtagung zu bautechnischen Themen lag in der Diskussion und Abwägung verträglicher Brandschutzlösungen im Baudenkmal. Im Mittelpunkt dieser Tagesveranstaltung stand der vorrangige Aspekt der Bewahrung des denkmalgeschützten Objektes vor dem Hintergrund von Eigentümerbelangen, behördlichen Entscheidungen bzw. vorgegebenen Planungsparametern. Die Auswahl der vorgestellten Beiträge versuchte einen möglichst umfassenden Einblick in die einzelnen Problemfelder der rechtlichen Vorgabe, Planung und Ausführung in Hinblick auf Substanz, Erscheinungsbild und künstlerischen Ausdruck am Baudenkmal zu geben. Ausgehend von der Forderung nach einem respektvollen Umgang mit dem Bestand wurde ein breites Spektrum an Lösungsansätzen des abwehrenden, organisatorischen, baulichen und anlagentechnischen Brandschutzes im Baudenkmal von den einzelnen ReferentInnen vorgestellt.

SRin Dipl.-Ing.in Irmgard Eder, Leiterin der Kompetenzstelle Brandschutz der MA 37 – Baupolizei Wien, erörterte anhand von gesetzlichen Grundlagen die behördlichen Abwägungsprozesse zwischen brandschutztechnischen Schutzzielen und Lösungsansätzen im Bestand.

Dipl.-Ing. (FH) Andreas Kronfellner, Partner bei FSE Ruhrhofer & Schweitzer GmbH., vertiefte sich in die Möglichkeiten von Kompensationsmaßnahmen am Baudenkmal bei Einhaltung spezifisch definierter Schutzziele im Brandschutz.

Prof. Dr. –Ing. Gerd Geburtig, Prüfingenieur für Brandschutz aus Weimar, präsentierte
in seinem Vortrag das neue Arbeitsheft der AG Bautechnik der Vereinigung der Landesdenkmalpfleger in der Bundesrepublik Deutschland „Brandschutz im Baudenkmal“ (2015) und sprach sich für eine schutzzielorientierte Herangehensweise im Baudenkmal aus. „Der Brandschutz bestimmt WAS, der Denkmalschutz WIE es zu tun ist!“

Architekt Dipl.-Ing. Andreas Flock aus Berlin, regte das Publikum mit seinem Vortrag dazu an, dass Brandschutz Spaß machen soll! Gemeint war damit, dass die Suche nach der verträglichen Lösung im Baudenkmal auch für die Planung eine kreative und anregende Herausforderung darstellen könnte. Anhand von Beispielen der Nachkriegsmoderne in Berlin wurde gezeigt, wie wichtig eine für Nutzer logisch nachvollziehbare Brandschutzplanung gerade in dieser vorgegeben Architektursprache ist.

Frau Architektin Dipl.-Ing.in Monika Klenovec stellte sich der Herausforderung, zusätzlich zu den Anforderungen des Brandschutzes die Problematik barrierefreier Lösungen mit ihren Auswirkungen auf das Baudenkmal zu betrachten.

Abschließend erklärte Herr Rainer Wadlinger von Multimon Industrieanlagen mit einem kräftigen Hellau zum 11.11. die Möglichkeiten und Vorteile des Einsatzes von Hochdruckwassernebelanlagen in geschützter Bausubstanz. Das Bundesdenkmalamt bedankt sich speziell bei ihm für die gelungene Kooperation zu dieser Veranstaltung.
Die Fachtagung ermöglichte den interdisziplinären Erfahrungsaustausch und förderte die Vernetzung der mit der Spezialmaterie Brandschutz im Baudenkmal befassten TeilnehmerInnen.

Zur allgemeinen Rückschau werden hier die PDFs der Vorträge zur Verfügung gestellt.

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