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Branding für Otto Wagner

Copyright Wiener Linien/Thomas Jantzen

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Bei der gerade vorbildlich instandgesetzten Wiener U6-Station Alser Straße kam erstmals ein neu entwickeltes Kennzeichnungs-und Info-System zum Einsatz. Dieses Branding markiert die Station als historisches Denkmal und herausragendes Werk des berühmten Otto Wagner (1841-1918).

Paris hat seine von Hector Guimard entworfenen Métro-Eingänge im Stile des Art Nouveau und Moskau seine unterirdischen Metro-Paläste. „Wien steht in diesem Bereich anderen Städten um nichts nach“ konstatiert Wolfgang Salcher vom Bundesdenkmalamt. „Mit den heute noch zahlreich erhaltenen Otto Wagner-Stationsbauten entlang der U4 und U6 besitzt die Bundeshauptstadt einen besonderen Schatz“.

Die frühere Stadtbahn-Station Alser Straße ist Teil des kulturellen Erbes, das der berühmte Architekt Otto Wagner Wien hinterlassen hat. Wagners Architektur ist weit über Österreich hinaus bekannt, seine Stationen sind bis heute prägende Elemente im Stadtbild. Das fast 120 Jahre alte und denkmalgeschützte Stationsgebäude Alser Straße wurde in den letzten eineinhalb Jahren im laufenden Betrieb grundlegend instandgesetzt. Dabei konnten nicht nur die herausfordernden statischen und technischen Erfordernisse für einen modernen U-Bahn-Betrieb berücksichtigt werden. Besonderes Augenmerk wurde den denkmalpflegerischen Aspekten gewidmet. Die Wiederherstellung des ursprünglichen Bodenbelags in der Eingangshalle und der Keramik-Kaminköpfe am Dach, die Entfernung von störenden Einbauten sowie die Anbringung passender Beschriftungen und Fahrgastinformations-Vitrinen sind nur einige der besonders hervorzuhebenden Verbesserungen.

Erstmals im Wiener U-Bahn-System konnten bei der Station Alser Straße Mitte Dezember 2015 Emblem- und Infotafeln angebracht werden. Gemeinsam mit dem Wien Museum und dem Bundesdenkmalamt wollen die Wiener Linien damit auf die Bedeutung und die Besonderheit der Station als Verkehrsdenkmal hinweisen. Die Glastafeln im Eingangsbereich sowie am Bahnsteig informieren die Fahrgäste über Otto Wagners Schaffen, das bis heute für ein unverwechselbares Erscheinungsbild sorgt. „Mit der Generalsanierung haben wir dieses von Otto Wagner entworfene Jugendstiljuwel für die nächsten Jahrzehnte fit gemacht. Als Verkehrsdenkmal aus der Zeit um 1900 wollen wir das historisch bedeutende Bauwerk für künftige Generationen bewahren“, erklärt dazu Günter Steinbauer, Geschäftsführer der Wiener Linien.

In den letzten Jahren konnten bereits die U6-Stationen Burggasse und Josefstädter Straße sowie 2015 die U4-Station Hütteldorf restauriert werden. Aufbauend auf umfangreichen denkmalpflegerischen Untersuchungen laufen derzeit die Instandsetzungsarbeiten in der U4-Station Stadtpark. Für die in den kommenden Jahren vorgesehene Instandsetzung der Stationen Währinger Straße und Nußdorfer Straße laufen bereits seit langem intensive Planungen.

Obwohl die Stationen aus einer Zeit stammen, als noch Dampflokomotiven auf diesen Linien verkehrten, sind die Bauten für die rasch wachsende Stadt und die halbe Milliarde Menschen, die jährlich das Wiener U-Bahn-System frequentiert, bestens gerüstet. Und dass dabei jede Station und jeder Bahnsteig barrierefrei sowie blinden- und sehbehindertengerecht erreicht werden kann, ist im internationalen Vergleich vorbildlich und – man nehme nur Paris – keine Selbstverständlichkeit.

Die umfangreichen Investitionen und Bemühungen der Wiener Linien in enger Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt um den Erhalt der Stationen würden wohl auch Otto Wagners Wohlwollen genießen.

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