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NEU: Standards für die konservatorische Behandlung von archäologischen Funden

Im Rahmen des „Runden Tischs Archäologie 2016“ im Bundesdenkmalamt am 21. Jänner 2016 wurden die neuen „Standards für die konservatorische Behandlung von archäologischen Funden“ vorgestellt.

Die „Standards für die konservatorische Behandlung von archäologischen Funden“ sind als Ergänzung zu den seit 2012 bestehenden „Richtlinien für archäologische Maßnahmen“ zu sehen. Während diese „Richtlinien“ eine stete Weiterentwicklung erfuhren, wurde die Notwendigkeit einer eingehenderen Auseinandersetzung mit den durch archäologische Maßnahmen zutage tretenden (beweglichen und unbeweglichen) archäologischen Funden immer stärker spürbar.

Die unabdingbare Zusammenführung konservatorischer und archäologischer Ansprüche und Methoden führte zur Einrichtung eines Arbeitskreises, der aus Fachleuten aus den Bereichen Archaeological Science, Archäologie, Denkmalpflege, Konservierungswissenschaften allgemein sowie Konservierung und Restaurierung von Bodenfunden und Museologie bestand. Auf dieser Basis unterzog sich die Abteilung für Konservierung und Restaurierung des Bundesdenkmalamts der Aufgabe, die umfangreichen Arbeitspapiere in strukturierte Standards umzugießen und an die rechtlichen und denkmalfachlichen Erfordernisse der Fachbehörde heranzuführen.

Die „Standards für die konservatorische Behandlung von archäologischen Funden“ definieren die entscheidenden Schnittstellen zwischen dem archäologischen Grabungsgeschehen und den damit in Zusammenhang stehenden konservatorischen Erfordernissen in der Behandlung von Funden. Sie sollen eine Orientierungshilfe und ein Handlungsmuster für die Aufdeckung, Bergung, Erstversorgung, Freilegung und Deponierung von archäologischen Funden im Kontext einer Grabung bieten.
Damit werden erstmals für Österreich Standards in der konservatorischen Behandlung beweglicher und unbeweglicher archäologischer Denkmale festgelegt. Dies erfolgte vor dem Hintergrund, dass die authentische substanzielle Erhaltung der Funde von der wissenschaftlich-archäologischen Erforschung nicht zu entkoppeln ist.

Die materielle Erhaltung der Funde in ihrem überlieferten Zustand mit Spuren und Oberflächenphänomenen liegt nicht nur im Kern des Auftrags zur ungeschmälerten Erhaltung des kulturellen Erbes, sondern bildet auch eine wesentliche Voraussetzung für die archäologische Wissenschaft, indem die Funde möglichst langfristig befragbar bleiben. Konzeption und Methodik zur Umsetzung dieses Erhaltungsauftrags sind als restauratorische Kernkompetenzen anzusehen. Damit liegt ein wesentlicher Ansatz der vorliegenden „Standards“ auch darin, die Behandlung der archäologischen Funde als interdisziplinäre Aufgabe zu definieren, in welcher Archäologie und Konservierungswissenschaften gleichberechtigte Partner sein müssen.

Die „Standards“ können als pdf von der website des BDA geladen werden: Standards für die konservatorische Behandlung von archäologischen Funden

Gedruckte Versionen können unter archeo@bda.gv.at oder arsenal@bda.gv.at bestellt werden.

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