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Man spürt es einfachRestaurierung des Mesnerhauses in Hofkirchen/Mühlkreis

Stube im ehemaligen Mesnerhaus, Hofkirchen/Mühlkreis.

Vom Zauber eines alten Hauses erzählen die Eigentümer.

Stube mit Küche im Erdgeschoß, Herrgottswinkel mit Bauerntisch.

Schlafzimmer mit bauzeitlichen Türen und Boden.

Fenster vor Sanierung: der Nachteil des fehlenden Außenflügels ist deutlich erkennbar.

Montage der Außenflügel vor dem Steingewände.

Schiffboden vor der Restaurierung.

Hofkirchen/Mühlkreis, Stube im ersten Stock, Tramdecke mit bauzeitlicher Fassung

Gefasste Tramdecke im 1.OG.

Gewölbe mit Stichkappen, eiserne Kamintüren.

Im Jahre 2008 kaufte die Familie Enzlmüller das seit Jahren unbewohnte „Mesnerhaus“ in Hofkirchen im Mühlkreis. Der Beginn einer Liebe ....

2008 wurde das aus dem 16. Jhdt. stammende Objekt unter Denkmalschutz gestellt. Bei der darauf folgenden Sanierung stand das Landeskonservatorat f. OÖ mit fachlicher Beratung, der Vermittlung kompetenter Handwerker und Förderungsgeldern zur Seite. Nun sind die Arbeiten abgeschlossen, die Familie Enzlmüller ist eingezogen und lud den betreuenden Sachbearbeiter Robert Wacha zum Frühstück in die neue alte Bauernstube. Im Interview Herr und Frau Enzlmüller.

Wie sind sie auf die Idee gekommen, gerade dieses Haus zu renovieren?
Elisabeth Enzlmüller:
Mein Mann hat nach einem kleinen Objekt gesucht. Dann hat er gesehen, dass das Haus meines Bruders immer noch zum Verkauf ausgeschrieben ist und vorgeschlagen, es einmal anzuschauen.

Wollte es denn keiner haben?
Elisabeth Enzlmüller:
Nein, nur die Gemeinde ... und die wollte es damals wegreißen, aber mein Bruder hat gesagt zu dem Zweck verkauft er nicht.
 

Und was hat Sie daran gereizt?
Gerhard Enzlmüller:
Also meine Frau kennt das Haus seit sie ein Kind war, aber ich hab es kennengelernt, als ich meine Frau kennengelernt hab.

Woran erinnern Sie sich, als Sie zum ersten Mal in diesem Haus waren?
Gerhard Enzlmüller:
Als ich es zum ersten Mal betreten habe, war ich fasziniert von dem Haus. So was sieht man ja nicht alle Tage.
Elisabeth Enzlmüller:
Aber ich war eigentlich eine Bremse. Wir haben uns beide nicht vorstellen können, so ein großes Haus zu renovieren, wir dachten, das schaffen wir doch nicht mehr. Und dann haben wir gesagt, wir schauen uns das doch nur noch einmal an - und das wars dann, da haben wir uns für dieses Haus entschieden.
Die Erinnerung an meine alten Tanten, die ist noch spürbar. Das sagen auch Freunde die zu Besuch kommen. Die spüren meine Tanten. Dass da noch wer daheim ist. Eine Weite. Eine Freiheit.
Gerhard Enzlmüller:
Für mich war es natürlich die Faszination eines alten Hauses. Wenn sie sich das anschauen: Es ist kein Fenster gleich, alles ist unterschiedlich. Das hat mich schon immer begeistert.

Das Mittelfeld der Wand da oben ist ja auch völlig schief.
Gerhard Enzlmüller:

Ja herrlich, nicht? Es waren  italienische Kalkbrenner auf Besuch im Ort. Ich habe die Stube grad fertig gehabt mit der Kalkglätte, die waren hin und weg. So etwas hatten sie noch nicht gesehen, nicht mal in Italien. Das hat sie so fasziniert.

Welche Schwierigkeiten gab es beim Umbau?
Schallendes Gelächter von allen.
Gerhard Enzlmüller:
Da könnten wir jetzt sieben Stunden lang erzählen, da können wir wirklich lange reden .. hahaha .. ich glaub die Frage lassen wir vorerst mal aus... ich glaub, dass Sie eher Schwierigkeiten mit uns hatten: Gleich am Anfang, als ich innen die eine Wand abgeschert habe, (Anm. einen Tag vor der restauratorischen Befundung) weil das solange gedauert hat, bis die Restauratoren Zeit hatten und ich fast keinen Urlaub mehr hatte .

Was ist die jetzige Nutzung ? Wohnen?
Elisabeth Enzlmüller:
Nein, genießen, einfach genießen.

Was sagen die anderen Bewohner dazu?
Elisabeth Enzlmüller:
Die Kinder sind begeistert, die sind schon so verbunden damit. Wenn der Sohn kommt, der Architektur studiert, der muss sich am Abend dann noch immer alleine eine halbe Stunde da hinsetzen und still genießen.

Eine Frage noch: Lieblingsplätze der Bewohner im Haus ?
Gerhard Enzlmüller:
Ich sitz ganz gern in dem Stüberl da draußen.
Elisabeth Enzlmüller:
Ja der Tisch in der Stube ist mein Lieblingsplatz, ich hab nie einen gescheiten Tisch gehabt.
Gerhard Enzlmüller:
Wir beide sind noch am Land aufgewachsen. Wir kennen solche Tische ja noch. In meiner Kindheit gab es eine relativ große Bauernstube, da hat sich am Tisch alles versammelt, es war einfach angenehm zu reden. Und dann hat der Bauer die Zuglade genommen (Anm. greift zur Tischlade) und das Besteck rausgeholt und dann haben alle gemeinsam gegessen.
Elisabeth Enzlmüller:
Man kann vieles nicht ausdrücken. Man spürt es hier einfach.
 

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