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Befundung der romanischen Holzreliefs am Dom von Gurk

Befundung

Befundung durch Mag. Monika Mager

Linker Türflügel, „Christus in der Mandorla“, Detailaufnahme

Rechter Türflügel, „Kreuzigung“, Detailaufnahme

Rechter Türflügel, „Samson trägt die Tore von Gaza“, Detailaufnahme

Rechter Türflügel, „Einzug in Jerusalem“, Detailaufnahme

Die filigranen, polychrom gefassten Holzreliefs am Westportal des Gurker Doms aus dem frühen 13. Jahrhundert zählen zu den Besonderheiten der romanischen Schnitzkunst in Österreich und werden derzeit durch das Bundesdenkmalamt befundet.

Die Schnitzereien des linken Türflügels zeigen im mittleren Feld den thronenden Christus in der Mandorla umgeben von den Evangelisten und Propheten. In den oberen Kreisen des linken Flügels finden sich drei (von ursprünglich wohl sieben) Tauben, Symbole der sieben Gaben des Heiligen Geistes. Als Begleitfiguren lassen sich unterhalb zwei Engel auffinden. In den unteren Medaillons sind vier thronende Gestalten dargestellt. Am rechten Türflügel befinden sich mittelalterliche typologische Darstellungen. In der Mitte der drei Medaillons sind Szenen aus dem Neuen Testament, eine Schilderung des Lebens Christi, zu sehen, denen zu beiden Seiten die entsprechenden alttestamentlichen gegenübergestellt wurden. Sowohl die schnitzerische als auch fasstechnische Ausarbeitung dieser Szenen ist von hohem künstlerischen und kunsttechnologischen Wert und in direkter Verbindung mit den Portaltüren zu sehen.
 
Die im Rahmen einer Erstbefundung im Juli 2012 durchgeführten technologischen Untersuchungen durch das Bundesdenkmalamt, Abteilung für Konservierung und Restaurierung, an den Reliefs und Portaltüren erbrachten nicht nur aufschlussreiche Erkenntnisse zum werk- und fassungstechnischen Bereich, sondern zeigen auch, welche Veränderungen und Schadensphänomene dieses Objekt im Laufe seiner Geschichte erfahren hat. Die Ergebnisse der naturwissenschaftlichen Auswertungen der im Zuge der Befundung entnommenen Fassungsproben sind noch ausstehend und werden zur weiteren Abklärung der Materialtechnik, der Mal- und Fasstechnik sowie für die Kunstwissenschaft zur weiteren Erforschung dieses Werkes von Bedeutung sein. Diese detaillierten Vorarbeiten sollen nicht nur einen fach- und denkmalgerechten Umgang mit diesem historisch und künstlerisch wertvollen Objekt ermöglichen, sondern ebenfalls eine hilfreiche und notwendige Grundlage zur Abklärung eines Restaurierkonzeptes sowie von Langzeitschutzmaßnahmen schaffen.

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