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Notsicherungsarbeiten in St. Helena am WieserbergKonservatorische Notsicherungsarbeiten an frühgotischen Wandmalereien

Arbeitssituation in der Apsis.

Der Kristallisationsdruck der Schadsalze droht die frühgotischen Malereien abzusprengen.

Aufliegende Salzkrusten.

Mag. Duda bei der Abnahme von Sinterschichten im Sockelbereich.

Mag. Voithofer bei der Abnahme von Salzausblühungen.

Vom 3. – 7. 9. 2012 wurden an den frühgotischen Wandmalereien in der Kirche St. Helena am Wieserberg (Gailtal im Kärnten) dringend  erforderliche Notsicherungsmaßnahmen ausgeführt. Die Arbeiten wurden von der Abteilung für Konservierung und Restaurierung des Bundesdenkmalamtes in Zusammenarbeit mit den freischaffenden Restauratoren Mag. Voithofer und Mag. Duda durchgeführt.

Die Wandmalereiausstattung zählt aufgrund ihres Erhaltungszustandes und Geschlossenheit zu den bedeutendsten frühgotischen Malereien in Österreich. Die jüngsten kunsthistorischen Forschungen datieren die Wandmalereien um 1290/1300.
Durch eine hohe Salzbelastung, massive Feuchteinfiltration und starke Klimaschwankungen im Kircheninneren sind im Laufe der Zeit in den unteren Wandabschnitten massive Zerstörungen an den Malereien entstanden. Die Salze liegen in verschiedensten Kristallisationsformen vor (z.B. Salzflaum, Salzpusteln, Salzkrusten). Ein Vergleich mit einer historischen Aufnahme von 1942 zeigt, dass sich die Schadenszone im unteren Wandabschnitt um etwa 15 cm weiter nach oben fortgesetzt hat. Ein Schadensfortschritt, der mit massiven Malereiverlusten einhergeht.

Durchgeführte Maßnahmen

- Abnahme von verschiedenen Putzen im Sockelbereich, bis ca. 60cm Höhe
- Teilentfernung des Klinkerfußbodens
- Anlegen von Referenzflächen: Abnehmen der unterschiedlichen Salzarten
- Notsicherungsmaßnahmen: Hinterfüllungen von Hohllagen, Festigung von Malschichtschollen
- Materialwissenschaftliche Analysen

Die Beobachtung von angelegten Referenzflächen soll Aufschluss darüber geben, ob die gesetzten Maßnahmen zu einer Verbesserung der Situation führen. Besonders die massive Feuchtigkeit im Mauerwerk, die allgemeine raumklimatische Situation sowie die starke Salzbelastung stellen eine besondere Herausforderung dar. Darüber hinaus sind noch weitere Analysen notwendig, um etwa die Salze quantitativ bestimmen zu können.

 

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