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Wo die Kaiserin zu Besuch war.Im so genannten "Forsthaus" am Sachsenburger Marktplatz in Kärnten soll Kaiserin Maria Theresia 1765 Bitten und Beschwerden ihrer Untertanen entgegen genommen haben.

Das Forsthaus nach der Restaurierung 2012: Das überkommene Erscheinungsbild geht auf das Jahr 1893 zurück, als ein Brand eine Neufassadierung erforderlich machte.

Die "Labn" nach der Restaurierung.

Das freigelegte Wappen des Erzbischofes Hieronymus Graf Colloredo wurde freigelegt und konserviert.

Zuletzt waren im ganzen Gebäude Thermofenster eingebaut, die im Zuge der Restaurierung durch Kastenfenster ersetzt werden konnten, die in Profilierung, Farbgebung und Materialwahl (Ölfarbe) auf die Fassade des 19. Jahrhunderts abgestimmt wurden.

Die barocke Tür fand man in Sekundärverwendung im Wirtschaftstrakt. Sie wurde nach der Restaurierung wieder ihrer ursprünglichen Verwendung zugeführt.

Durch die denkmalgerechte Sanierung und Restaurierung des Forsthauses in Sachsenburg/K. wurde vor allem im Gebäudeinneren die Bau- und Ausstattungsgeschichte aus der Zeit des 15.-18. Jahrhunderts wieder lesbar gemacht.

Zwischen beidseits steil abfallenden Bergen und an der Drau liegend, war Sachsenburg seit dem Mittelalter für seine Besitzer von strategischer Bedeutung. Vom 13. bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts gehörte der Markt den Salzburger Erzbischöfen. Diese hatten ihren Stützpunkt mittels einer ausgeklügelten Befestigung gegen den Durchzug feindlicher Truppen gesichert, die erst 1813 von den französischen Besatzern vor ihrem Abzug aus Kärnten geschleift wurde.

Von der Befestigungsanlage und vom Hausbestand des mittelalterlichen bzw. frühneuzeitlichen Marktes sind noch zahlreiche Mauerzüge vorhanden. Auch bei der diesjährigen Restaurierung und Adaptierung des ehemaligen „Forsthauses“ (Architekturbüro Ronacher) entdeckte man an der Fassade unter Farb- und Putzschichten Baudetails eines Vorgängerbaues: Sie wurden als Hinweise auf die Baugeschichte dokumentiert, jedoch anschließend wieder übertüncht, um den Gesamteindruck der Schaufassade des 19. Jahrhunderts nicht zu verunklären. Im Inneren des historischen Gebäudes wurden Malereien aus der Zeit des 18. und beginnenden 19. Jahrhunderts entdeckt und freigelegt. So bildet das prächtige Wappen des Salzburger Erzbischofs Hieronymus Graf Colloredo nun den Blickpunkt einer im Erdgeschoss eingerichteten Arztpraxis. Weitere Wappen schmücken das Obergeschoß, wo Wohnungen vorgesehen wurden. Der neue hofseitige Anbau wurde durch schlichte weiße Fassaden bewusst zurückhaltend gestaltet und im Inneren in Farbgebung und Materialität auf den Bestandsbau abgestimmt, in dem die historischen Raum- und Gewölbeformen und Ausstattungselemente vom 15. Jahrhundert bis zur Barockzeit zur Gänze erhalten blieben.

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