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Restaurierung des 10.000sten Objektes abgeschlossen

Gesamtaufnahme nach Restaurierung.

Übernahme des Gemäldes in die BDA-Ateliers, Mag. Michael Vigl und Heinz Jäger bei der Abnahme des Gemäldes von der Transportrolle und Vorbereitung für Restaurierung auf dem Arbeitspodest.

Restauratorin Mag. Eva Kleinsasser und MMag. Monika Mager beim Aufbau der Retusche.

Restauratorin Mag. Eva Kleinsasser bei der Schlussretusche

Bildausschnitt (Mitte) nach Restaurierung.

Bildausschnitt (Mitte, rechts) nach Restaurierung.

Bildausschnitt (Mitte, links) nach Restaurierung

Mit dem bedeutenden Gemälde von Stephan Kessler aus der Pfarrkirche St. Andrä in Graz, um 1672, wurde in den Ateliers des Bundesdenkmalamtes das zehntausendste Restaurierprojekt, seit der 1938 erfolgten Gründung der Restaurierwerkstätten, umgesetzt.

Das Hochaltargemälde der ehemaligen Dominikanerkirche in Graz zeigt die Darstellung des Martyriums des hl. Andreas, das 1672 von Stefan Kessler, einem der bedeutendsten Barockmaler Tirols, geschaffen wurde. Mit den Bildmaßen von 488 x 245 cm erreicht dieses Werk das größte Format, der von flämischen und venezianischen Einflüssen beeinflussten und durch besonderen Detailreichtum geprägten Malerei von Stephan Kessler (1622-1700).
Das bereits mehrfach restaurierte Gemälde war doubliert und wurde wiederholt großflächig übermalt. Die Gemäldeoberfläche wurde durch eine dichte Schmutzschicht und vier massive Firnisschichten mit eingelagerten Staubbelägen zusätzlich verunklärt. Das durch wiederholte Eingriffe belastete Gemälde zeigte besonders im Streiflicht sehr störende Blasenbildungen, die durch partielle Haftungsverluste zum Doubliergewebe ausgelöst wurden. Am unteren Bildrand werden diese Renovierungen durch großzügige Signaturen und Datierungen um 1735, 1857 und 1892 dokumentiert.
Die Abnahme der Doublierleinwand zeigte, dass eine partielle Konsolidierung der Gemäldeleinwand den Bildträger ausreichend stabilisierte. Bei der stufenweise durchgeführten Klärung der Gemäldeoberfläche wurden nach einer detaillierten Oberflächenreinigung die sekundären Firnisschichten und die jüngeren Übermalungen abgenommen. Diese Maßnahmen führten zu einer erheblichen Klärung des Gemäldes, das durch die Freilegung der detailreichen Darstellungen wieder die hohe Qualität der Malerei von Stephan Kessler zeigt. Die der ersten Restaurierphase (1735) angehörenden Änderungen in der oberen Bildhälfte wurden belassen und integriert, da eine gefahrlose Abnahme nicht gegeben war. Ebenso wurden die Restaurierinschriften als Dokument am Objekt übernommen und in das angestrebte Restaurierziel eingebunden. Der Anteil der Retusche beschränkte sich primär auf die Integration, der durch eine exakte Kittung geschlossenen Malschichtverluste und einer sehr reduzierten, punktuellen Beruhigung von störenden Schadstellen.


Die Kernaufgabe der Abteilung für Konservierung und Restaurierung besteht in der Erarbeitung von Restaurierzielen und Arbeitsmethoden nach Maßgabe der Kriterien der Denkmalpflege: www.bda.at/organisation/885

Restauratorinnen: Mag. Eva Kleinsasser, MMag. Monika Mager, Katherina Buschek

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