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Das Heilige Grab der ehem. Stiftskirche von Garsten

Detail nach der Restaurierung eines für die Entwicklung des Restaurierziels ausgewählten Kulissenelements.

Kulissenelement nach Restaurierung, Grundlage und Vorgabe für die Umsetzung des Restaurierziels auf das Gesamtprojekt.

Rückseitenansicht vor Restaurierung zeigt den konstruktiven Aufbau der Kulissenteile.

Modell des Heiligen Grabs in Schrägansicht.

Depotsituation vor Adaptierung.

Depotsituation nach Objektsicherung und Adaptierung des Depotraumes.

Durch rasche Sicherungsmaßnahmen und Verbesserung der Depotbedingungen konnte der Erhalt der zahlreichen Kulissenteile gesichert werden. Begleitend dazu wurde in den Ateliers des Bundesdenkmalamtes, Abteilung für Konservierung und Restaurierung, das Restaurierziel entwickelt, beispielhaft umgesetzt und so die Grundlage für die weitere Projektumsetzung geschaffen.

Für die ehemalige Stiftskirche in Garsten schuf der vorrangig als Freskant bekannte Barockmaler Johann Wenzel Bergl mittels illusionistischer Scheinarchitektur ein monumentales „Heiliges Grab“. Die bis zu ca. 8m hohe und ca. 7m breite Kulissenarchitektur gliedert die Apsis der Losensteinerkapelle in fünf Ebenen und schafft so einen scheinbar realen Raum, dessen figurale Malerei den direkten Bezug zum Heiligen Grab aufnimmt. Ein 1902 entstandenes Foto dokumentiert den lange anhaltenden Gebrauch dieses künstlerisch hochwertigen Ostergrabes in der Karwoche. Die aufwendige Rauminstallation gliedert sich einer dem Kirchenjahr folgenden Umgestaltung des Sakralraumes ein, die im engen Zusammenhang mit der bis heute in Verwendung stehenden Tradition des Wechsels der Advent- und Fastenbehänge in der Stiftskirche steht. Diese ebenso monomentalen, im Jahr 1777 von Martin Johann Schmidt geschaffenen Blaubehänge, verhüllen in der Advent- und Fastenzeit die Altargemälde, den unteren Bereich der Pfeiler zwischen den Seitenkapellen und die Alexander Gobelins im Presbyterium. Gemeinsam mit dem Ostergrab trug diese den ganzen Kirchenraum erfassende Umgestaltung zu einem Wandel bei, der durch die anhaltende Kargheit der Verhüllung, hin zur Eröffnung der prunkvollen Ausstattung, eine beeindruckende Steigerung für die höchsten christlichen Feiertage schuf.

Der akut gefährdete Erhaltungszustand des außer Gebrauch gekommenen Gesamtkunstwerks erforderte eine umfassende Befundung des Bestandes und eine detaillierte Schadensaufnahme. Die eingeschränkte Zugänglichkeit der auf engem Raum gelagerten Kulissenelemente, erforderte zudem eine Verbesserung der Depotsituation. Zum Ziel der Projektentwicklung wurden für den Erhaltungszustand repräsentative Kulissenelemente ausgewählt und in das Bundesdenkmalamt, Abteilung für Konservierung und Restaurierung, übernommen. An einem Element konnte das Restaurierziel entwickelt und beispielhaft umgesetzt werden. Parallel dazu wurden vor Ort die gesamten Kulissenteile gesichert und in ein neu geschaffenes Depot umgelagert. Durch gesicherte Deponierung des Gesamtbestandes konnte die akute Gefährdung abgewandt und der Erhalt dieses überaus qualitätvollen Gesamtkunstwerkes gesichert werden.

Die im Rahmen der Musterarbeit gewonnenen Erkenntnisse bilden eine definierte Grundlage für die Umsetzung eines Langzeitprojekts, das eine schrittweise Restaurierung des Ostergrabes und die Wiederaufnahme des Gebrauchs zum Ziel hat.

Projektpartner: Pfarre Garsten – Bertholdverein, Universität Wien (Institut für Kunstgeschichte)
Restauratorin: Brigitte Futscher (Befundung, Projektentwicklung, Restaureirung)

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