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Fortsetzung der Restaurierungen in der Johanneskapelle von Pürgg

Detail aus der Darstellung der wundersamen Brotvermehrung nach erfolgter Reinigung. Foto: Beate Sipek und Magdalena Schindler

Detail aus der Darstellung der wundersamen Brotvermehrung vor erfolgter Reinigung. Foto: Beate Sipek und Magdalena Schindler

Detail nach erfolgter Reinigung. Foto: Beate Sipek und Magdalena Schindler

Vorreinigung mit Gommapane. Foto: Beate Sipek und Magdalea Schindler

Mittels Alkoholkompressen werden Pilze und Bakterien abgetötet. Foto: Markus Santner

Bei dem abschließenden Arbeitsgespräch wurden die bisher erzielten Verbesserungen evaluiert und weiterführende Maßnahmen diskutiert. Foto: Magdalena Schindler

Die aus dem 12. Jahrhundert stammenden Wandmalereien in der Johanneskapelle von Pürgg (Steiermark) zählen zu den ältesten und am besten erhaltenen Wandmalereien Österreichs. Besonders das nahezu vollständig lesbare Programm zeichnet die Qualität der Ausstattung aus. Seit der letzten Restaurierung in den frühen 1990er Jahren erfordern durch diverse Umwelteinflüsse verursachte Schäden jedoch einen neuerlichen konservatorischen Eingriff.

Nach einer 2011 erfolgten Bestands- und Zustandserhebung sowie einer 2012 anhand von Musterflächen erarbeiteten Strategie von speziellen Reinigungsmethoden erfolgte im Juli 2014 der dritte, vom BDA durchgeführte Arbeitseinsatz.

Der Fokus der diesjährigen Arbeiten lag auf der Reinigung der verschmutzten Wandoberflächen im Langhaus und an der Triumphbogenwand wo in den vergangenen Jahrzehnten Staub sowie Pilze und Bakterien die Oberflächen stark verschmutzt haben. Die Vorreinigung erfolgte mechanisch mit Gommapane. In einem zweiten Schritt wurden die Wandoberflächen mit Alkoholkompressen über Japanpapier behandelt, um noch vorhandene Pilze und Bakterien abzutöten. Abschließend erfolgte eine Nachfreilegung der teilweise mit Kalkschleiern überzogenen Wandoberflächen. In wenigen Teilbereichen waren Festigungsmaßnahmen von Malschichtschollen oder pulvrigen Malschichten erforderlich.

Klima- und Wandfeuchtemessungen, die das Projekt seit Beginn begleiten, zeigen bereits jetzt deutliche Verbesserungen durch die 2012 erfolgten baulichen Adaptierungen wie einem neuen Bodenaufbau und einem neu gestalteten Eingangsbereich.

Den Abschluss des diesjährigen Arbeitseinsatzes bildete ein Arbeitsgespräch, bei dem die bisher erzielten Verbesserungen evaluiert und weitere Maßnahmen diskutiert wurden. Die Restaurierarbeiten sollen im Sommer 2015 weitergeführt werden, wobei der Fokus dabei weiter auf der Oberflächenreinigung, der Behandlung gegen den Pilzbefall sowie auf der konservatorischen Versorgung der Putz- und Malschichten liegen wird. Daneben sollen Lösungsvorschläge für den Umgang mit den Fehlstellen in den Kittungen sowie Methoden für die farbliche Integration der in der Wahrnehmung stark störenden Bereiche erarbeitet werden. Der Abschluss des Projektes ist für 2017 geplant.

Projektpartner:

• BDA: HR Dr. Bernd Euler, HR Dr. Christian Brugger, Mag. Markus Santner
• Pfarre: Pfarrer Peter Schleicher
• Universität für Bodenkultur: ao.Univ.Prof. Dr. Erich Mursch-Radlgruber, Assoc. Prof. Dr. Katja Sterflinger
• Universität für angewandte Kunst: ao.Univ.Prof. Dr. Johannes Weber
• Akademie der bildenden Künste: ao.Univ.Prof. DI Mag. Wolfgang Baatz
• Restauratorinnen: Mag. Magdalena Schindler, Mag. Beate Sipek

 

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