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Wir haben ein Auge auf das künstlerische Erbe in Österreich

Staubauflagen, wie z.B. hier in der Filialkirche St. Georg in Gerlamoos, unterstützen die Besiedlung der Wandmalereien mit Mikroorganismen und wurden im Rahmen der Kampagne abgenommen. © BDA, Foto: Alexandra Sagmeister

Durchgeführte Sofortmaßnahmen sichern den Bestand und verhindern größere Schäden. Foto: © BDA, Foto: Alexandra Sagmeister

Durch einen frühen Wasserschaden bedingte Malschichtabplatzungen in der Filialkirche St. Georg in Gerlamoos führen zu einem irreversiblen Verlust von Malereien aus dem 15. Jahrhundert. © BDA, Foto: Markus Santner

Salzausblühungen, wie z.B. hier in den Katakomben der Stiftskirche von Millstatt gefährden den Erhalt der Malereien und sind in regelmäßigen Abständen vorsichtig zu reduzieren. © BDA, Foto: Alexandra Sagmeister

Lokal durchgeführte Notsicherungen wie z.B. Anböschungen oder Hinterfüllungen von Hohlräumen wurden begleitend durchgeführt. © BDA, Foto: Alexandra Sagmeister

Die Wandmalereien in der romanischen Filialkirche St. Georg von Gerlamoos um 1470 gelten als die bedeutendsten und noch erhaltenen Arbeiten von Thomas von Villach und wurden ebenfalls im Rahmen dieses Projekts untersucht. © BDA, Foto: Alexandra Sagmeister

Die Dokumentation mittels lichtmikroskopischer Aufnahmetechniken lässt potentielle Schwachstellen frühzeitig erkennen. © BDA, Foto: Alexandra Sagmeister

Im Sommer 2014 startete das BDA ein Monitoringprojekt für den umfangreichen Wandmalereibestand Kärntens. Durch periodisch durchgeführte Zustandkontrollen sollen erforderliche Konservierungsmaßnahmen frühzeitig erkannt werden und dadurch Schadensfälle vermieden werden. 

„Monitoring“ lautet ein aktueller Projektschwerpunkt der Abteilung für Konservierung und Restaurierung des Bundesdenkmalamtes. Dies bedeutet, dass durch periodische Zustandskontrollen am künstlerischen Erbe in Österreich aktiv für eine zeitgerechte Pflege und Wartung der Kunstdenkmale gesorgt werden soll, anstatt abzuwarten, bis ein schlechter Zustand zum Schadensfall wird, der eine große Restaurierung auslöst. Durch Monitoring soll es möglich werden, die Dringlichkeit von konservatorischen Erhaltungsmaßnahmen zu erkennen und zu definieren. In Zeiten schmälerer Ressourcen gilt es, durch Sicherungsmaßnahmen für Bestandserhaltung zu sorgen und Konservierungsmaßnahmen zielgerichtet planen zu können.


Insbesondere die Wandmalerei mit ihrer Abhängigkeit von Bauwerksschäden, bauphysikalischen Gegebenheiten und Klimaproblemen kann zum Sorgenkind der Denkmalpflege werden. Gleichzeitig prägen Wandmalereien aber zahlreiche Kunstlandschaften in Österreich und dazu zählen auch Premiumwerke der österreichischen Kunstgeschichte. Deshalb hat das Bundesdenkmalamt 2012 in Zusammenarbeit mit externen Fachpartnern einen Leitfaden „Zustandserhebung und Monitoring an Wandmalerei und Architekturoberfläche“ erstellt und publiziert (Leitfaden „Zustandserhebung und Monitoring an Wandmalerei und Architekturoberfläche“).

Auf dieser Grundlage wurde 2014 durch die Abteilung für Konservierung und Restaurierung des Bundesdenkmalamtes ein Pilotprojekt gestartet, um in Kärnten, einem Bundesland mit einem außergewöhnlich reichen Bestand an mittelalterlichen Wandmalereien, eine systematische, übersichtsweise Zustandskontrolle zu konzipieren und zu starten. Gerade in Anbetracht der außerordentlich großen Zahl von Pfarr- und Filialkirchen mit Wandmalereien in Kärnten ist es eine besondere Herausforderung, die Ressourcen zu bündeln und einen leistbaren Weg zur Bestandserhaltung zu finden. Im Rahmen einer solchen Kampagne wird jeweils der Erhaltungszustand der Wandmalereien überblicksmäßig erfasst, ein allfälliges Konservierungserfordernis definiert und, wo notwendig, eine Notsicherung gesetzt. Daraus kann auch eine Dinglichkeitsreihung für intensivere Maßnahmen abgeleitet werden. Im Rahmen des Pilotprojekts werden auf diese Weise 2014 zehn kirchliche Gebäude durch zwei WandmalereirestauratorInnen mit Unterstützung des Fachreferenten der Abteilung für Konservierung und Restaurierung des Bundesdenkmalamtes bearbeitet. Die Erfahrungen werden die Grundlage für ein Gesamtprogramm bilden. Das wird das Bundesdenkmalamt nicht alleine schultern können, aber der Anstoß ist da. Die diözesanen Stellen in Kärnten sind in das Projekt selbstverständlich eingebunden.

Folgende Kirchen wurden 2014 im Rahmen des Projektes untersucht:

Gerlamoos: Filialkirche St. Georg
Millstatt am See: Stiftskirche
Lendorf: Pfarrkirche St. Peter in Holz
Althofen: Filialkirche Cäcilia und Karner
Deinsberg: Pfarrkirche St. Jakob und Anna sowie der Karner
Feistritz an der Drau: Filialkirche Maria Bichl
Lind-Kleblach: Kapelle Mariahilf
Steuerberg: Pfarrkirche Hl. Petrus und Paulus
Unterwinklern: Pfarrkirche Hl. Petrus und Paulus
Ferndorf: Pfarrkirche St. Paul ob Ferndorf
Klein St. Veit: Pfarrkirche

 
 

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